Und plötzlich waren sie da, die 13 Asylsuchenden, die aufgrund der vom Kanton erhöhten Zuweisungsquote und deren konsequenteren Durchsetzung in Greifensee untergebracht werden mussten. Das brachte alle Zürcher Gemeinden ins Rotieren. In Greifensee wurden die Flüchtlinge in der Zivilschutz-Bereitstellungsanlage einquartiert, die man für 25'000 Franken zur Unterkunft umfunktionierte.
Das war vor rund einem halben Jahr. Am Donnerstag nun informierte der Gemeinderat über den nächsten Schritt: das Aufstellen eines Wohncontainers für bis zu 20 Asylsuchende auf einem gemeindeeigenen Grundstück an der Ecke Tumigerstrasse/Im Näppenriet. Das ist schräg vis-à-vis der Feuerwehr und in unmittelbarer Nähe zur heutigen Unterkunft. Gegen 100 Nachbarn wollten sich das im Landenbergsaal anhören.
Sowohl Gemeindepräsidentin Monika Keller (FDP) als auch Sozialvorsteherin Ursula Schnyder (FDP) machten gleich zu Beginn klar, dass die Zivilschutzanlage nur eine Notlösung sei. «Dort unten ohne Tageslicht zu leben, ist nicht menschenwürdig», sagte Schnyder. «Dies vor allem auch, weil es sich dabei um Familien mit Kindern handelt. Kürzlich ist sogar noch ein Baby dazugekommen.»
Mitte November bereit
Finanz- und Liegenschaftenvorsteher Armin Mühlebach (CVP) pries die mobilen Wohneinheiten als «schnelle, günstige und flexible» Lösung an. Der Gemeinderat hat den dafür notwendigen Nachtragskredit von 434'000 Franken als gebundene Ausgabe in eigener Kompetenz bereits gesprochen. Für das Geld gibt es zwölf sogenannte Raumzellen inklusive sanitäre Anlagen und zwei Küchen. Enthalten sind auch die Kosten für das Fundament, die Erschliessung und eine einfache Umgebungsgestaltung.
