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Plauschkurs mit sprachlichen Hürden und Verletzungsgefahr

Mit Schutzkleidung ausgerüstet und mit dem Florett bewaffnet machten zehn Schüler im Ferienplausch ihre ersten Erfahrungen mit dem Fechtsport. Dabei zeigten laut Maître Edouard Starzynski nicht alle das gleiche Potenzial.

Mit Kabeln, Schutzwesten und Elektrofloretten ausgerüstet, lernen die Schüler das Fechten. (Bild: Lea Chiapolini), Fechtlehrer Edouard Starzynski (Zweiter von links) instruiert die Schüler und erhält dabei Unterstützung von ... (Bild: Lea Chiapolini), ... seiner langjährigen Schülerin Annina (ganz rechts). (Bild: Lea Chiapolini)

Plauschkurs mit sprachlichen Hürden und Verletzungsgefahr

«En garde. Êtes-vous prêt? Allez!» Mehr oder weniger französische Wörter werden durch die Turnhalle des Ustermer Schulhauses Hasenbühl gerufen. Zehn Kinder haben sich für den einwöchigen Fechtkurs unter der Leitung von Edouard Starzynski angemeldet.

Der Maître ist schon über 80 Jahre alt und hat sein Leben dem Fechtsport verschrieben, war in den 1970er und 1980er Jahren Trainer des Schweizer Nationalteams. In dieser Woche erhält er von der 14-jährigen Annina Unterstützung, die er seit sechs Jahren in Zürich trainiert. Gemeinsam zeigen sie den Schülern des Ferienplauschs die Körperstellung und die taktischen Elemente im Fechten vor.

Ernste Angelegenheit

Manche Kinder haben die Haltung bereits intus, bei anderen muss Starzynski regelmässig «Arm nach oben!» rufen. Er achtet auch bei der Sprache der Kinder auf einen korrekten Ausdruck. Wer nicht gerade fechtet, ist als Schiedsrichter im Einsatz. Auch als Schiedsrichter gilt es, einige Regeln zu beachten. «Stopp!», ruft ein Schüler, da einer der Fechter einen Punkt erzielt hat. «Das heisst nicht Stopp, sondern Halt!», korrigierte Starzynski. «Fechten ist eine ernste Angelegenheit», betont er. «Wir sind zwar in einem Plauschkurs, aber beim Florett handelt es sich um eine Waffe, und da heisst es immer Obacht geben – auch wenn das Spital gleich gegenüber ist.»

Vertrauen auf Schiedsrichter

Die jüngsten Kursteilnehmer sind am eifrigsten bei der Sache und stechen wild auf ihr Gegenüber ein. Auch wenn ab und zu einer vor Schmerzen aufheult, lachen am Schluss wieder alle. Manche haben wohl etwas zu viele Piratenfilme gesehen und fuchteln mit dem Florett wie mit Säbeln herum.

An diesem Tag wird zum ersten Mal mit dem Elektroflorett gefochten. Die Schutzweste jedes Kursteilnehmers ist mit einem Kabel an ein Gerät angeschlossen, das bei Kontakt mit dem gegnerischen Florett aufleuchtet. In der Folge werfen die Schüler nach jedem Schritt einen Kontrollblick darauf. «Ihr müsst nicht immer auf das Gerät schauen», ermahnt Starzynski. «Der Schiedsrichter ruft schon, wenn ihr aufhören sollt.»

Olympia als Ziel

Innert kürzester Zeit wird klar: Fechten lernen geht nicht von heute auf morgen – weil neben körperlichem Einsatz auch viel Theorie und die richtige französische Ausdrucksweise beachtet werden muss. «Manche Kursteilnehmer haben sogar Probleme damit, links und rechts zu unterscheiden», sagt Starzynski. «Bei anderen sehe ich grosses Potenzial.» So etwa in Annina, die dem Maître beim Erklären viel Arbeit abnimmt. Starzynski hat klare Vorstellungen: «Bei ihr ist Olympia das Ziel.»

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