Kunterbunter Pillenmix
Vor einiger Zeit wachte ich mitten in der Nacht auf, weil ich einen Krampf im Bein hatte. Währenddem ich mich im Bett wälzte und an meinen Füssen herumzerrte wurde mir bewusst, dass mein letzter Krampf schon Jahre zurück lag. Warum also plötzlich die schmerzhafte, nächtliche Ruhestörung?
Nach einer kleinen Recherche im Internet stand für mich fest: entweder ich habe eine Leberzirrhose, Parkinson oder einen Magnesiummangel. Ich entschied mich für letzteres und entdeckte sogar noch einige Magnesium-Brausetabletten in der Schublade, welche ich in ein Glas Wasser warf und trank. Weitere Krampfanfälle blieben aus. Dass die Magnesiumtabletten tatsächlich eine derartige Wirkung hatte, wage ich zu bezweifeln. Aber da ich das Röhrchen mit den Tabletten gerade in den Händen hatte, fragte ich mich, was für Wunder Magnesium wohl auslösen könnte.
Wieder wusste das Internet Antworten. Magnesium hilft bei Diabetes, wirkt entzündungshemmend und ist gut für die Haut. Super! Aber warum bei Magnesium aufhören? Wenn schon denn schon sagte ich mir und nahm als nächstes die Packung mit den Multivitamintabletten genauer unter die Lupe. Vitamin A, D, E, C, B1, B2… Warum nehme ich das Zeugs eigentlich nicht täglich?!? Bereits als Kind wusse ich schliesslich, dass das Vitamin C im Orangensaft ein Allroundgenie ist, und die Lösung für jedes gesundheitliche Problem. Da wir Frauen ja prinzipiell an Eisenmangel leiden, werde ich mich auch diesem Problem annehmen und ab jetzt jeden Tag einmal mein Velo ablecken….
Spass beiseite. Für mich sind und bleiben solche Präparate Medikamente und ich frage mich, warum ich überhaupt all diese Packungen besitze. Ich gebe zu, wenn ich erkältet bin, greife ich zu solchen MItteln – vertraue dabei aber voll und ganz auf den Placebo-Effekt. Denn wie ich, ebenfalls im Internet, gelesen habe, kann der Körper sowieso zwischen natürlichen und künstlichen Vitaminen unterscheiden. Doch wie immer gilt: jedem das seine. Und wie wir Schweizer so schön sagen, «nützts nüt, so schadts nüt.»