Ich bin ein Verfechter des Papiers. Bücher statt eReader, Papieragenda und Adressbuch statt Smartphone. Dazu schreibe ich fürs Leben gerne Listen. Einkaufslisten, To-do-Listen, Listen mit Geschenkideen oder Listen, über was ich alles noch Listen schreiben will.
Ein neuer Trend aus den USA nennt sich «Bullet Journaling» und vereint meine Leidenschaften. Die Idee dahinter ist simpel: In einem Heft schreibt man jeden Abend eine To-do-Liste für den nächsten Tag. Doch damit nicht genug. Das Heft soll sowohl für Termine und Aufgaben Platz bieten als auch für Notizen oder Sammlungen – also noch mehr Listen. Wem dies noch nicht genug ist, kann mit einem sogenannten Tracker noch eine Checkliste über die eigene Person führen. Welche Ziele man sich selber setzt, ist beim ganzen Projekt völlig offen.
Also startete ich meinen ersten Versuch. Ich beschloss, noch nichts zu überstürzen und mir für den ersten Tag – einen Sonntag – nicht zu viele Aufgaben zu stellen. 1. Dankeskarten verschicken. 2. Wäsche zusammenlegen. Sollte klappen.
Klappte natürlich nicht. Nachdem alle 80 Dankeskarten in ein Couvert gesteckt und die Adressen geschrieben waren, erklärte ich das Pflichtprogramm für dieses Wochenende für beendet und widmete mich den Vorbereitungen für einen gemütlichen Grillabend. Vor dem Zubettgehen schrieb ich die Liste für den nächsten Tag. 1. Wohnzimmer aufräumen. 2. Geschenk einpacken. 3. Wäsche zusammenlegen.
Nach einiger Zeit wurde mir bewusst, dass mich das ganze Drumherum viel mehr reizte als die eigentliche Tagesplanung. Denn das Heft bietet auch Platz für Zeichnungen und schöne Sprüche oder Bilder, die man einfach irgendwo festhalten will. Fast eine Art bildnerisches Tagebuch. Dass auf jeder Seite «Wäsche zusammenlegen» stand, störte mich zunehmend. So verwarf ich das Projekt wieder.
