Abo

Politik

Frisches Fahren

Mehrere Stunden täglich ist jeder unterwegs. Diese Zeit bietet die Chance auf viele Begegnungen – oder auf extensives Schwitzen.

Im Sommer kann es eine Qual sein, sich zu bewegen. Bei Temperaturen über 30 Grad in der gleissenden Sonne wird selbst im heimischen Garten der Weg vom Sonnenschirm hinein zum Kühlschrank mit den kühlen Getränken zur schweisstreibenden Angelegenheit. Und er führt gar zum Teufelskreis, wenn die Getränke harntreibend sind. Schwitzend schlurft man dann hin und her zwischen Sitzplatz, Kühlschrank und Toilette und fragt sich: Kann ich überhaupt so viel Flüssigkeit zu mir nehmen, wie ich gerade verliere?

Pech hat, wer dann ins Auto sitzen muss und nicht über einen gedeckten Parkplatz verfügt. Mein Gefährt steht eigentlich stets in der Sonne, es ist zwar weiss und nicht schwarz, massiv aufgeheizt wird es aber trotzdem. Heiss und dick ist die Luft im Innern, es fällt schwer zu atmen, und es riecht müffelig, weil die Polster doch auch schon ein gewisses Alter erreicht haben. Doch die Erlösung ist nur einen Knopfdruck entfernt: die Klimaanlage. Mehr braucht der schwitzende Mensch gar nicht. Meine verrichtet ihren Dienst perfekt, obschon das Auto schon rund 120'000 Kilometer auf dem Buckel hat. Und dank der speerangelweit offenen Lüftungsschlitze bläst mir ein zügiger kühlender Wind entgegen. Es fährt sich entspannt und weniger hitzig; schlicht perfekt, um einen klaren Kopf zu bekommen, bevors ins unklimatisierte Büro geht.

Ich hoffe, das Ding in dem spanischen Gefährt mit deutschen Ingredienzien hat eine längere Lebensdauer als jene in meinem früheren Auto, einem kleinen schwarzen Franzosen. Die verabschiedete sich nämlich ganz getreu ihrer Herkunft, streikte und wurde gar konraproduktiv und begann im Hochsommer zu heizen – egal ob man die Temperatur auf 35 Grad oder auf 16 Grad einstellte. Was gerade auf längeren Strecken zu Gedanken führte, wie man wohl in dieser Sauna einen Aufguss machen soll, wo es hier eine kalte Dusche gibt, und wann der Zeitpunkt der kompletten Dehydrierung wohl eintritt. Was es gekostet hätte, diese Klimaanlage zu reparieren, habe ich verdrängt. Ich weiss nur noch, dass mir der Garagist beschied, das Problem wäre an sich nicht riesig, aber er müsse den Motorraum praktisch komplett zerlegen, um es in den Griff zu bekommen. Das hätte wohl länger gedauert als die wenigen wirklich heissen Tage hierzulande.

Abo

Möchten Sie weiterlesen?

Liebe Leserin, lieber Leser

Nichts ist gratis im Leben, auch nicht Qualitätsjournalismus aus der Region. Wir liefern Ihnen Tag für Tag relevante Informationen aus Ihrer Region, wir wollen Ihnen die vielen Facetten des Alltagslebens zeigen und wir versuchen, Zusammenhänge und gesellschaftliche Probleme zu beleuchten. Sie können unsere Arbeit unterstützen mit einem Kauf unserer Abos. Vielen Dank!

Ihr Michael Kaspar, Chefredaktor

Sie sind bereits Abonnent? Dann melden Sie sich hier an

Digital-Abo

Mit dem Digital-Abo profitieren Sie von vielen Vorteilen und können die Inhalte auf zueriost.ch uneingeschränkt nutzen.

Sind Sie bereits angemeldet und sehen trotzdem nicht den gesamten Artikel?

Dann lösen Sie hier ein aktuelles Abo.

Fehler gefunden?