Mit Kameras gegen Vandalen auf dem Schulareal
«Irgendwann ist das Mass voll», sagt Sicherheitsvorstand Rudolf Fürst (SVP). «Jetzt müssen wir handeln.» Auf den Schulanlagen Rietwis und Hagacher in Mönchaltorf wird an den Wochenenden und am Abend vermehrt Littering betrieben. Es komme immer wieder zu Sachbeschädigungen, und das Rauch- und Alkoholverbot werde nicht eingehalten. Darum hat der Mönchaltorfer Gemeinderat nun Kameras für die Videoüberwachung der Gelände angeschafft.
Reglement präventiv erstellt
«Mönchaltorf ist im Vergleich zu anderen Gemeinden noch eine heile Welt», sagt Rudolf Fürst. «Aber auch hier haben die Sachbeschädigungen mit den Jahren zugenommen, besonders auf den Schularealen.» Vandalen haben dort allein in diesem Jahr einen Schaden in Höhe von rund 5000 Franken angerichtet. «Wir haben uns schon seit Langem mit dem Thema Überwachungskameras befasst», sagt Fürst. «Bereits vor vier Jahren erarbeiteten wir im Gemeinderat ein Reglement, um vorbereitet zu sein, wenn Massnahmen ergriffen werden müssen.» Nun sei dieser Moment gekommen. «Wir wollen nicht noch mehr Geld ausgeben, nur um die Spuren des Vandalismus zu beseitigen», sagt Fürst.
Mobile Geräte
Wie viele Kameras auf den Schularealen aufgestellt werden, will er nicht genau beziffern, es seien aber weniger als zehn. Diese mobilen Geräte werden nicht fest installiert, ihr Standort kann nach Bedarf verschoben werden. «Der Abwart der Schulanlage kennt die Hotspots auf dem Gelände, wo oft Probleme auftreten», sagt Fürst.
So komme es zum Beispiel vor, dass Jugendliche auf die Flachdächer stiegen und Kies auf den Pausenplatz würfen. Dabei bestehe die Gefahr eines Sturzes vom hohen Dach. «Die Kameras werden unter anderem auf den Ort gerichtet, von dem wir denken, dass er als Zugang auf das Dach genutzt wird.» Die Aufzeichnung werde durch Bewegungsmelder ausgelöst, die Kameras laufen also nicht ununterbrochen. «Während des Schulbetriebs sind sie ausgeschaltet», sagt Fürst.
Nur wenn es zu einem Vorfall komme, würden die Aufnahmen zurate gezogen, betont der Sicherheitsvorstand. «Ohne Schaden gibt es keine Auswertung.» Im Reglement für Videoüberwachung ist festgehalten, dass der Zugriff auf die Aufzeichnungen ausschliesslich den Bereichsleitern Hauswartung, Sicherheit, Bau- und Liegenschaftsverwaltung sowie der Gemeindeschreiberin und dem zuständigen Gemeinderat vorbehalten ist.
Präsenz markieren
Sollten mithilfe der Kameras tatsächlich Personen ermittelt werden, die auf den Schularealen ihren Unfug treiben, würden diese der Kantonspolizei gemeldet und es könnten Bussen in der Höhe von 40 bis 200 Franken ausgesprochen werden. Handle es sich bei den Unruhestiftern aber um minderjährige Personen, werde als Erstes das Gespräch mit den Eltern gesucht.
«In der Vergangenheit gab es bereits vereinzelte Fälle, in denen ein Arealverbot ausserhalb der Schulzeiten ausgesprochen werden musste», sagt Rudolf Fürst. «Das Ziel ist natürlich, dass allein durch die Präsenz der Kameras erneute Sachbeschädigungen verhindert werden können.» Am Ende der Sommerferien werden die Kameras aufgestellt und Schilder auf den Arealen angebracht, die auf die Überwachung hinweisen.
Erfahrungen sammeln
Mit dem Betrieb auf den Schulgeländen sollen Erfahrungen gesammelt werden, um die mobilen Geräte allenfalls auch an anderen Orten in der Gemeinde einzusetzen. Über überwachte Anlagen, Plätze oder Räume muss der Gemeinderat allerdings einzeln beschliessen. Die Gebiete um das Feuerwehrgebäude und um den Mönchhof sowie der Friedhof seien Orte, wo es ebenfalls vermehrt zu Littering oder anderen Regelverstössen komme. «Im Winter gibt es wenige Vorfälle», sagt Fürst. «Steigen die Temperaturen, kommt es auch zu mehr Problemen.»
Sollte sich die Situation auf den Schulanlagen Rietwis und Hagacher beruhigen, sei ein Verzicht auf den Einsatz der Kameras durchaus eine Option. «Wir haben das System nicht angeschafft, weil wir Überwachung per se toll finden», sagt Fürst. «Sollte ihr Einsatz überflüssig werden, gibt es keinen Grund, die Kameras weiterlaufen zu lassen.»
