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Hochsaison für Stechmücken

Nach den starken Regenfällen in den letzten Wochen schlüpften rund um den Greifensee viele Mücken – mehr als sonst. Von einer Mückenplage wollen die Greifensee-Ranger aber nicht sprechen.

Wer einen Abend am Greifensee geniessen will, muss starke Nerven haben – oder viel Antibrumm. (Bild: David Kündig)

Hochsaison für Stechmücken

Mückenplage. Dieses Schlagwort taucht fast jeden Sommer auf, wenn die Mücken schlüpfen. In den letzten Wochen war es nach den starken Regenfällen wieder so weit. Mücken legen ihre Eier in Wassernähe, in feuchten oder sumpfigen Bio­topen ab. Die Eipakete sind oft trockenresistent, und die Larven schlüpfen in der Folge erst bei starkem Regen oder einer Überschwemmung.

Aufgrund der vielen geschlüpften Mücken musste der Gewerbeverein Greifensee-Nänikon bereits einen Anlass verschieben. Geplant war ein Gewerbetreff Mitte Juni in einem Garten beim Aabach im Städtli Greifensee. «Die Gastgeber haben die Verschiebung empfohlen», sagt Hermann Rosen, Präsident des Gewerbevereins. «Wir wollten uns die gemütliche Stimmung nicht durch die Plagegeister vermiesen lassen.» Seiner Meinung nach habe es in diesem Jahr erheblich mehr Mücken als in anderen Jahren. «Es ist ziemlich lästig, aber noch auszuhalten», sagt Rosen. «Am See sind die Mücken allerdings noch etwas aggressiver.»

Antibrumm immer dabei

Bereits im letzten Sommer folgte auf einen regenreichen Juni warmes Wetter, und viele Spaziergänger am Greifensee klagten über übermässig viele Mückenstiche. Damals wollten die Ranger der Greifensee-Stiftung noch nicht von einer Mückenplage sprechen. Und auch heute nicht: «Die Ranger sind auch der Meinung, dass wegen der feuchten Tümpel vermehrt Mücken am Greifensee sind», sagt Re­gula Hediger, zuständig für die Öffentlichkeitsarbeit der Greifensee-Stiftung.

Von einer Plage könne aber nach wie vor nicht die Rede sein. Rückmeldungen aus der Bevölkerung seien bisher keine eingegangen. «In ihrem Rucksack tragen die Ranger aber immer ein Antibrumm mit, das sie auch an geplagte Spaziergänger ausleihen.»

Biozid gegen Mücken

In anderen Teilen der Schweiz ist die Situation allerdings prekär. «Die Mückenplage in der Schweiz war in den letzten 30 Jahren selten so schlimm wie in diesem Jahr», sagte Peter Lüthy vom Institut für Mikrobiologie der ETH Zürich gegenüber der «NZZ am Sonntag». Im unteren Rhonetal in der Westschweiz oder in der Magadinoebene im Tessin sei die Situation besonders prekär.

Was im Tessin bereits heute angewendet wird, soll auch bald in der Westschweiz Einzug halten: die Bekämpfung von Mückenlarven durch Insektizide, die mit He­likopterflügen verteilt werden. Das Biozid BTI wird nur von den Larven aufgenommen, daher muss die Verteilung rechtzeitig vor dem Schlüpfen der Mücken erfolgen.

Laut Peter Padrutt, Leistungsgruppenleiter Natur und Landwirtschaft, sei die Situation in Uster noch nie so angespannt gewesen, dass man solche Massnahmen erwägt habe. Das letzte Wort hat jedoch der Kanton. Er entscheidet, ob Gemeinden die Mücken mit dem Biozid bekämpfen dürfen oder ob das entsprechende Gebiet aus Gründen des Naturschutzes unangetastet bleiben soll. Mücken mit Insektizid zu bekämpfen, halten die Greifensee-Ranger laut Regula Hediger jedoch für unsinnig.

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