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Letzter Umzug für Eventschopf und Alphütte

Nach viereinhalb Jahren am bisherigen Standort ist Schluss: Die Firma Schindler & Scheibling muss Eventschopf und Alphütte von der Industrie Pfäffikon nach Saland verlegen.

Letzter Umzug für Eventschopf und Alphütte

Im Garten sind Rosenblätter verstreut, auf dem Boden vor dem Eingang zur Scheune liegen rot glänzende Herzchen aus Plastik. Hinterlassenschaften vom Hochzeitsfest, das am Samstagabend im Eventschopf der Holzbaufirma Schindler & Scheibling in Pfäffikon stattfand. Nicht einmal 24 Stunden nachdem die letzten Gäste die Hütte verlassen haben, ist das Gelände zwischen Kläranlage und Feuerwehrdepot zur Baustelle geworden.

Es war die letzte Feier in Pfäffikon: Eventschopf und Alphütte werden dieser Tage ab- und in Saland wieder aufgebaut. Hinter dem Bahnhof Saland, wo Schindler & Scheibling auf einem firmeneigenen Grundstück ab 2017 eine neue Fabrikationshalle ­bauen will, werden Schopf und Scheune definitiv bleiben. Die Gebäude werden nach Saland verlegt, weil der Pachtvertrag für das Areal in Pfäffikon morgen Donnerstag endet. Die frühere Grundstückbesitzerin hat das Land verkauft, die neuen Eigentümer wollen das Areal überbauen.

Bau rentiert sich bis heute

Erst das Dach, dann die Seitenelemente: Es dauert nur ein paar Stunden, schon haben die Zimmermänner die Alphütte zur Hälfte abgebaut. Alles ist aus Holz. Viel Zeit bleibt nicht; bereits am zweiten Juli-Wochenende sind die Hütten vermietet. Wieder eine Hochzeit.

Als Pressesprecher Othmar Hasler vor dem Eventschopf steht, wird er etwas wehmütig. «Es war schon toll hier», sagt er. Viereinhalb Jahre lang standen die beiden Gebäude in Pfäffikon, Hunderte von Festen wurden hier gefeiert: Hochzeiten, Geburtstage, Firmenanlässe.

Dass Schindler & Scheibling dereinst zum Eventveranstalter werden würde, daran dachte in der Firma kaum jemand. Der Eventschopf, Baujahr 1894, diente der Zürcher Oberland Medien AG als Lager und wurde erst ab 2009 für Feiern genutzt und immer wieder an anderen Standorten aufgebaut – obwohl Arbeiten und Miete sich jeweils auf mehrere zehntausend Franken beliefen. 2011 baute die Firma wegen einer Doppelbuchung die Alphütte. «Wir merkten, dass die Hütten sehr beliebt sind», sagt Hasler.

Der Bau der zweiten Hütte rentiert sich bis heute. Heute ist eine Mitarbeiterin für die Vermietung von Schopf und Hütte angestellt, Schindler & Scheibling organisiert die Möblierung und vermittelt Catering-Firmen.

Holz-Olympiade für Gäste

Dass das Areal mitten im Industriegebiet mit Sicht auf die Kläranlage lag, habe nie gestört. «Die Hecken gaben ja Sichtschutz.» Wurden die Hütten zu Beginn vor allem von Firmen gemietet, sind es heute viele Private. «Die Leute finden es super, in dieser urchigen Atmosphäre ein Fest zu feiern», sagt Hasler – kaum ein Wochenende, an dem Schopf und Hütte nicht vermietet waren. Die Scheune hat rustikalen Charme und ist einfach gehalten. Die Hütte hingegen bedient das Klischee vom romantischen Älplerleben: In den Fensterläden sind Herzen eingeschnitzt, der Haupteingang wurde mit viel Glas erstellt, die Metallelemente darin bilden eine strahlende Sonne.

Das Wort Alpenkitsch hört Hasler in diesem Zusammenhang aber nicht gern. «Die Hütte wurde nach den Vorgaben alten Zimmermann-Handwerks erstellt», sagte er. So hat der pensionierte Zimmerpolier Walter Wieduwilt aus Bauma die so­genannten Pfettensprüche in Handarbeit ins Holz geschnitzt. Und an einer Holz-Olympiade können die Gäste raten, welche Holzarten für die Alphütte verbaut wurden. «Wir wollen den Leuten zeigen, wie viel Arbeit in so einer Hütte steckt.»

Neuer Standort ist weniger zentral

Vor dem Eventschopf steht noch ein altes Ledersofa, auch im Innern ist noch nicht alles leer geräumt. Der eingebaute Ofen kommt mit nach Saland, die Bar, aus einem alten Holzwagen umfunktioniert, ebenso. Die kleine Kochnische hingegen wird nicht gezügelt. In Saland bekommen Schopf und Hütte eine professionelle Infrastruktur mit fix installierter Küche. Die Toiletten sind nicht mehr provisorisch, sondern werden in einem Holzhäuschen an die Kanalisation ­angeschlossen. Und anders als   in Pfäffikon, wo die Hütten auf Paletten aufgebaut wurden, werden sie in Saland auf einem Fundament erstellt; der Eventschopf erhält ein Untergeschoss.

Othmar Hasler weiss: Einige Mieter würden den Umzug bedauern. «Der neue Standort ist natürlich weniger zentral gelegen als hier», sagt er – und räumt ein: «Wir ­wären auch gern in Pfäffikon geblieben.» Doch am neuen Standort in Saland sei es «mindestens so schön», sagt Hasler. An Beliebtheit scheinen Schopf und Hütte noch nicht eingebüsst zu haben: Die Buchungen reichen bis in den Februar 2017.

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