Das Wetter ist ihr grösster Feind
Strahlender Sonnenschein, eine romantische Waldlandschaft, eine angenehme Ruhe. Und inmitten dessen: Menschen jeden Alters, die versuchen, einen kleinen weissen Ball in ein Loch zu treffen, vorbei an fiesen Hindernissen. Die Rede ist von der Minigolfanlage Breite, die direkt am Weg zum bekannten Ausflugsziel Bruderhaus liegt. Am 1. Juli 1956 wurden auf der familienfreundlichen Anlage die ersten Bälle geschlagen. 60 Jahre ist es also her; und dieses Jubiläum wird vom 27. Juni bis am 1. Juli gefeiert. Die Gastgeber der Miniaturgolf-Genossenschaft Breite laden dann nicht nur zum vergnügten Spiel ein, sondern die Besucherinnen und Besucher dürfen auch noch ihr Glück an einem Glücksrad versuchen.
34 Schläge für alle 18 Bahnen
Zahlreiche Gäste, die bereits vor Jahrzehnten einen Minigolfschläger in der Hand hielten, kommen noch heute mit ihren Kindern und Enkeln auf der Breite vorbei. «Die erste Reaktion lautet dann meist: Es sieht ja alles aus wie immer!», erzählt Werner Oetiker lachend. Der 64-Jährige ist seit 2002 Präsident der Miniaturgolf-Genossenschaft Breite. Die 18 Bahnen sind noch immer dieselben wie vor 60 Jahren. «Wir kümmern uns nur um sanfte Renovationen. Unsere Gäste scheinen diese Beständigkeit zu schätzen», weiss er aufgrund positiver Rückmeldungen.
Grosse Veränderungen seien auch in naher Zukunft nicht zu erwarten. «Unsere Minigolf-Anlage ist seit 60 Jahren eine Erfolgsgeschichte, die wir weiterführen wollen, wie von den Gründern einst geplant. Als familiärer Treffpunkt, bei dem jeder willkommen ist, um einige unvergessliche Stunden zu erleben – unabhängig vom Alter und sozialen Status.» Viele Kunden seien zwischenzeitlich Freunde geworden, die auch gerne nur auf einen Kaffee vorbeikommen, erzählt Werner Oetiker sichtlich erfreut. In jedem seiner Worte ist ihm anzuhören, wie sehr er die Besucherinnen und Besucher der Anlage schätzt. Ebenso bei seiner Ehefrau Gerda, auch eine Genossenschafterin, die erst kürzlich die erste Webseite über die Minigolfanlage online gestellt hat.
Schlechte Saison im Jubiläumsjahr
Rund 12 000 Besucher zählt die Minigolfanlage Breite durchschnittlich pro Jahr. An einem warmen Sonntag kommen rund 300 Personen vorbei. «Dieses Jahr ist das Wetter aber so unberechenbar, dass wir wohl von der Anzahl Kunden her einen Negativrekord verzeichnen werden», bedauern die beiden. Das Wetter ist generell ihr grösster Feind. «Ist es zu heiss, gehen die Leute lieber in die Badi; ist es zu kalt, kommt selbsterklärend auch niemand vorbei.» Dass die Besucherzahlen leicht sinken, habe aber auch damit zu tun, dass das Interesse an dem Sport leicht abgenommen habe. «So gibt es immer weniger Minigolfanlagen, und die werden teilweise nur noch schlecht gewartet. Dem wollen wir entgegenhalten.» Und dies, indem täglich zwei bis dreimal die Bahnen gereinigt werden. «Auch mit Maulwürfen haben wir hier ab und an zu kämpfen. Aber die gehören nun mal hier in die Natur», so Werner Oetiker.
Einbrecher klauten Zigaretten
Momente, die das Ehepaar am liebsten vergessen würde, gäbe es kaum: «Wir hatten Probleme mit Einbrechern, als wir noch Zigaretten verkauft haben, und Vandalen. Dies hat sich zum Glück gebessert, was auch an der guten Zusammenarbeit mit der Polizei liegt.» Ärgerlich sei es auch gewesen, als die Parkplätze vor der Anlage kostenpflichtig wurden. «Dies hat uns einige Gäste gekostet.»
Viel lieber erinnere man sich aber an die schönen Geschichten. Wie einst acht Zimmermänner aus Deutschland während ihrer Walz «bereits sehr angetrunken die Anlage besuchten. Einer konnte kaum noch stehen. Und doch haben sie nur beste Stimmung verbreitet und alles sauber hinterlassen.» Als Betreiber einer Minigolfanlage dürfte man also auch keine Vorurteile haben. «Da wir alle Gesellschaftsschichten ansprechen, haben wir auch eine soziale Aufgabe – und zwar, allen mit dem gleichen Respekt zu begegnen.»
Existenz bis 2040 gesichert
Das Land wurde durch die Genossenschaft von der Stadt gepachtet. Der aktuelle Vertrag läuft noch bis ins Jahr 2040. So lange ist die Existenz der Minigolfanlage also gesichert. «Ich habe derzeit keinerlei Bedenken, so lange wie es geht als Präsident weiterzumachen. Mir macht diese Tätigkeit einfach Freude.» Und diese möchte er während der Jubiläumswoche mit allen passionierten Minigolfspielern teilen.
