Smokergrill: Fleisch ist Trumpf
Bereits auf dem Parkplatz des ehemaligen Restaurants Traube in Mönchaltorf weht ein verheissungsvoller Duft durch die Luft: rauchig, würzig, köstlich. Seit dem 1. Januar heisst das Restaurant offiziell Didis Smokergrill. Für das Fleisch aus ebendiesem sind wir heute hier.
Über Mittag werden fünf Menüs angeboten (zwischen 15 und 28 Franken), à la carte gibt es nur auf Vorbestellung. Da an diesem Tag bei den Mittagsmenüs kein Fleisch aus dem Smoker aufgelistet ist, haben wir unsere Wünsche bereits vorgängig per E-Mail angemeldet. Als Hauptgang Spareribs (Fr. 36.50), zartes Schweinsstück (Fr. 32.50) und Didis Spezialburger (Fr. 25.50) – alles aus dem Smoker. Zuvor als Vorspeise Black-Tiger-Crevetten an Safransauce auf Blattsalat (17.50 Fr.) und Beefsteak Tatar, mit Cognac verfeinert, dazu Butter und Toast (Fr. 16.50).
Innert 15 Minuten kam die Reservierungsbestätigung von Fabienne und Didi Klauser mit der Frage, ob das Tatar mild, mittel oder scharf sein soll. Schon bevor man überhaupt einen Schritt über die Schwelle des Restaurants gemacht hat, wird man bestens umsorgt.
Gemütliche Mischung
Das Restaurant selber macht einen gemütlichen ersten Eindruck. Eine Bauernstube mit Pizzaofen, trotz dem vielen Holz hell und irgendwie elegant – eine Mischung, die sich in keine Kategorie zwängen lässt und in der man sich automatisch wohlfühlt.
Nach der Bestellung der Getränke fragen wir uns, ob wir unsere Essenswünsche wohl noch einmal anbringen müssen, denn bei der Begrüssung wurde unsere Vorbestellung mit keinem Wort erwähnt. Unsere Sorgen sind jedoch unbegründet. Bedient werden wir von Fabienne Klauser persönlich, die uns Crevetten und Tartare serviert. Da wir bereits in der E-Mail angekündigt haben, dass wir die beiden Vorspeisen teilen, bringt sie einen zusätzlichen Teller für jeden von uns – keine Selbstverständlichkeit, sind wir uns einig.
Von Gürkchen und Mauerblümchen
Das Tatar ist kunstvoll angerichtet. Um das Fleisch sind Peperoncini, Kapern, Sprossen, Frühlingszwiebeln und ein Gürkchen drapiert, in einem Körbchen werden die Toastscheiben gereicht. Die Crevetten fristen am Tellerrand, um einen grossen Haufen Eisbergsalat angeordnet, ein Mauerblümchendasein. Die Safransauce schmeckt sehr dezent, darum hätten wir uns mehr von ihr auf dem Salat gewünscht. Dieser ist von der Sauce zwar gelb, aber viel Geschmack wird nicht transportiert.
Die Crevetten hingegen werden von unserer Seafood-Expertin positiv bewertet. «Der Geschmack ist sehr pur», sagt sie. Wir alle probieren von beiden Gerichten. Tartare und Crevetten, das passt nicht ganz zusammen. Da liegt die Schuld natürlich bei uns. Aber das Fazit ist eindeutig. Müssten wir uns zwischen den beiden Vorspeisen entscheiden, würden wir das Tartare bestellen.
Etwas Richtiges zwischen die Zähne
Fabienne Klauser kümmert sich weiterhin aufmerksam um uns und die restlichen Gäste. Das Restaurant ist an diesem Mittag gut gefüllt. Die meisten der übrigen Gäste sind Männer, die so aussehen, als würden sie in schallendes Gelächter ausbrechen, wenn man ihnen einen Salat als Hauptgang vorsetzen würde. Zu Didis Smokergrill kommen Leute, die etwas Richtiges zwischen die Zähne wollen – so wie wir.
Und wir werden nicht enttäuscht. Jetzt werden Spareribs und Burger aufgetischt, und uns ist sofort klar: Die Teller zu leeren werden wir nicht schaffen. Fast alle greifen mit den Händen zu. Nur der Kollege mit dem Schweinsstück bleibt – vorerst – bei Messer und Gabel. «Sehr zart», schwärmt er. «Die rauchige Kruste ist super.» Auch die Kolleginnen, die sich für die Spareribs entschieden haben, lecken sich genüsslich die Barbecuesauce von Lippen und Händen. «Das Fleisch fällt richtig vom Knochen.» Da legt auch der Kollege das Besteck weg und greift im Nachbarteller dankbar zu.
Jackpot geknackt
Die Beilagen hingegen überzeugen nicht auf ganzer Linie. Die Baked Potatoes mit Sauerrahmsauce schmecken im Vergleich zum fantastischen Fleisch fade, auch die Maiskolben lassen wir links liegen. Ich habe mich als Einzige für den Spezialburger mit Pommes entschieden. Bereits beim ersten Biss ist mir klar: Jackpot! Der Burger ist mit dünn geschnittenem Schweine- und Rindfleisch gefüllt, das Brot luftig leicht, die Pommes aussen knusprig und innen weich. Das sieht schön aus und ist auch äusserst schmackhaft. Unsere Bäuche sind in kürzester Zeit prall gefüllt.
In «Waltis Beizenführer 2016» wurde das Restaurant als schwarzes Schaf bezeichnet. Grund dafür waren die Öffnungszeiten, die auf einer Tafel vor dem Restaurant für Verwirrung sorgten. Walti stand darum vor verschlossener Türe und machte im Gastroführer seinem Ärger Luft. Unser eigenes Fazit: Bei den Beilagen gibt es Verbesserungspotenzial. Aber für Beilagen geht man auch nicht zu Didis Smokergrill, sondern für das Fleisch, und das war himmlisch. Ein Wort zu den Öffnungszeiten: Auf der Website sind sie aufgeführt. Wer sie nicht liest, verpasst etwas.
Mehr Informationen zum Restaurant auf der Website von Didis Smokergrills.
