Verdoppelter Fehlbetrag wegen tieferen Steuereinnahmen
Rubino Marconi präsentierte an der Gemeindeversammlung vom 10. Juni 2016 die Rechnung der Politischen Gemeinde bei bester Laune. Eigentlich hätte er Kummerfalten aufsetzen sollen, denn die Rechnung schliesst mit einem doppelt so hohen Fehlbetrag ab, als es das Budget vorgesehen hatte. Statt auf 427’000 Franken beläuft sich das Defizit auf 890’000 Franken. Dieser Betrag wird dem Eigenkapital entnommen, das nun noch 4,166 Millionen Franken aufweist.
Weniger Einnahmen
Der Grund für die schlechten Zahlen liege klar auf der Einnahmenseite, so Marconi. «Die Steuererträge sind deutlich kleiner ausgefallen als erwartet.» Er macht sich indes keine Sorgen und versicherte, dass der Steuerausfall eine einmalige Angelegenheit sei und eine eigentliche Momentaufnahme, denn schon im kommenden Jahr werde ein Ausgleich erfolgen.
Der Minderertrag in der Rechnung sei hauptsächlich auf die Steuerausscheidung mit andern Gemeinden zurückzuführen. Die kantonale Verwaltung habe dies verursacht. Marconi macht den Personalmangel in deren Büros dafür verantwortlich. Statt den vorgesehenen 570’000 Franken erhielt Grüningen nur 250’000 Franken.
Warten auf Steuergelder
Auch bei der Quellensteuer ist ein Minus gegenüber dem Voranschlag zu verzeichnen. Diese Steuern sind noch nicht abgerechnet. Grüningen konnte bisher erst 96’000 Franken entgegennehmen. Man hatte mit 280’000 Franken gerechnet.
Marconi glaubt fest, dass diese Beträge noch eintreffen werden. Es bestehe kein Grund zur Beunruhigung, sagte der Finanzvorstand und erwähnte den ordentlichen Steuerertrag, der sogar um rund 200’000 Franken angestiegen sei, und wies auf die Zahlen mit dem Aufwand hin, die recht genau dem Voranschlag entsprechen.
Schule mit hohem Minus
Bei der Schulgemeinde resultiert ein enormer Aufwandüberschuss. Die Schulpflegerin Rebekka Latzer konnte diesbezüglich auf die gleichen Probleme wie Marconi verweisen. Im Voranschlag war mit einem Minus von 843’000 Franken gerechnet worden. Die Rechnung zeigt nun aber bei einem Aufwand von 7,713 Millionen Franken einen Aufwandüberschuss von 1,753 Millionen Franken.
Argumente, welche die Gemeindeversammlung überzeugte. Die 44 Stimmberechtigten genehmigten schliesslich beide Rechnungen fast einstimmig.
Abrechnung genehmigt
Das zweite Geschäft der Schulgemeinde betraf die Abrechnung der Erneuerung von Informatik-Hardware. Der bewilligte Kredit von 350’000 Franken wurde um fast 60’000 Franken unterschritten, was 17 Prozent entspricht.
Laut Rebekka Latzer sei man der Tendenz gefolgt, mehr auf mobile Geräte als auf fest installierte Computer zu setzen. Dies habe vor allem zur Kostenunterschreitung geführt. Die Abrechnung wurde einstimmig genehmigt.
(Werne Gubser)

