Bezirk Hinwil

Bezirk Pfäffikon

Bezirk Uster

Tösstal

Themen

Specials

Services

ZO Portale

Politik

Von ängstlichen Mietern und giftigen Handschlägen

Dank Roman Dürst und Stefan Hangartner ist Uster um einige Exoten reicher. Seit einigen Jahren halten und züchten die beiden Chamäleons, Krokodile und grosse Echsen mitten in der Stadt.

Von ängstlichen Mietern und giftigen Handschlägen

Alles begann mit Thaddäus. Sein Besitzer musste den Grünen Leguan weggeben, da er sich mit seinem Mitbewohner im Terrarium nicht vertrug. Bei Roman Dürst und Stefan Hangartner in Uster fand Thaddäus ein neues Zuhause – oder besser gesagt, es wurde ihm eines gebaut.

Dürst und Hangartner lernten sich bei der Arbeit bei Chocolat Halba in Wallisellen kennen. «Wir teilen die grosse Liebe für Reptilien», sagt Dürst. «Daraus entwickelte sich schnell eine Freundschaft.» Beide sind seit über 15 Jahren von den Kaltblütern begeistert. Schlangen, Leguane, Varane, Frösche, Chamäleons… Die Liste der Tierarten, die sie besitzen oder schon einmal besessen haben, ist lang. «Für viele der Tiere braucht es eine Bewilligung, um sie zu halten», sagt Hangartner. «Zudem sind die Haltebedingungen vom Veterinäramt streng vorgegeben.»

Reptilien an der Freiestrasse

Schon lange hegten der 30-jährige Dürst und der 34-jährige Hangartner den Wunsch, einen Raum für ihre Reptilien einzurichten, um ihnen extra grosse Terrarien bieten zu können. Als klar war, dass sie auch Thaddäus aufnehmen würden, machten sie sich gezielt auf die Suche. «Wir haben uns viele Lokalitäten im ganzen Kanton angeschaut», erzählt Dürst. «Als wir die Vermieter informierten, dass Reptilien bei ihnen einziehen würden, schreckten die meisten wieder zurück.»

Schon lange hegten der 30-jährige Dürst und der 34-jährige Hangartner den Wunsch, einen Raum für ihre Reptilien einzurichten, um ihnen extra grosse Terrarien bieten zu können. An der Freistrasse wurden sie schliesslich fündig.

Zusätzlich zum Raum mit den Terrarien haben Dürst und Hangartner Schulungsräume gemietet, in denen sie Informationsveranstaltungen durchführen. «Irgendwann wollen wir selber die Sachkundekurse leiten, die es braucht, um gewisse Tierarten zu halten.»

Mit dem Umbau der Räume in Uster konnten sie bereits im Jahr 2011 beginnen, trotzdem ist er noch nicht fertig. Es gibt auch kein fixes Eröffnungsdatum. «Ende Jahr soll es so weit sein», sagt Hangartner.

Handschuhe empfohlen

Dass viele Leute Angst vor Reptilien haben, können Dürst und Hangartner verstehen. «In den Medien hört man nur negative Schlagzeilen, wenn es um Reptilien geht», sagt Hangartner. In ihrem Terrarienraum wollen die beiden darum irgendwann Schulklassen empfangen, um ihnen die Tiere näherzubringen und damit die Kinder gar nicht erst ein Ekelgefühl aufbauen. «Die Nachfrage besteht bestimmt», sagt Hangartner. «Angst mischt sich ja meist mit der Faszination.»

Bei der Arbeit mit den Kaimanen oder Leguanen tragen beide prinzipiell Handschuhe. Die Frage, ob sie schon einmal von einem Tier verletzt wurden, verneinen sie, nur um einige Sekunden später «nicht wirklich» hinzuzufügen. Als Erster rückt Roman Dürst mit der Sprache heraus. «Eine kleine Python hat einmal nach mir geschnappt, weil sie erschrocken war», gibt er zu.

Stefan Hangartners Erzählung ist etwas kurioser. «Ich war bei einem Bekannten zu Besuch, der auch Frösche aus freier Natur hielt. Er behauptete, sie seien nicht giftig und berührte sie zur Demonstration», erzählt er. «Als er sich von mir verabschiedete, gab er mir ebendiese Hand zum Gruss – kurz darauf wurde mir schlecht und ich musste mich hinlegen. Die Frösche waren offenbar trotzdem giftig, nur hatte der Besitzer sich daran gewöhnt.» Ausgebüxt sei aber noch nie ein Tier.

Mehr Informationen gibt es auf der Website www.reptiledistrict.ch.

Fehler gefunden?

Jetzt melden.

Kontakt

Inserieren

Abo

Services

Über uns