Zu Beginn sah es gar nicht gut aus für die Totalrevision der Abfallverordnung, über welche die Gemeindeversammlung am Mittwoch im Landenbergsaal in Greifensee zu befinden hatte. Im Visier der aufbrandenden Kritik stand Artikel 4. Dieser sollte es dem Gemeinderat erlauben, eine separate Vollzugsverordnung zu erstellen.
«Damit können wir flexibel reagieren, wenn wir zum Beispiel eine neue Abfallart sammeln oder die Öffnungszeiten der Sammelstelle ändern möchten», sagte Gemeindepräsidentin Monika Keller (FDP). Dann habe das Volk ja gar nichts mehr zu sagen, war die Reaktion aus dem Plenum. Einen Rückweisungsantrag lehnten die Greifenseer jedoch deutlich ab.
Zu viel Grüngut im Kehricht
Es ging nämlich vor allem um den Häckseldienst. Der Gemeinderat wollte diesen abschaffen – und damit eine Ungerechtigkeit beseitigen. Denn von dieser kostenlosen Dienstleistung können nur Bewohner der Einfamilienhäuser profitieren. Und die Kosten seien überproportional hoch, so Tiefbauvorstand Markus Bauer (Aktion G): «6 Prozent der Einwohner verursachen 20 Prozent der Kosten für die Grüngutabfuhr. Das ist unfair.»
Quasi als Kompensation wollte der Gemeinderat die Einfamilienhausbesitzer von den Grüngutgebühren befreien – analog zu den Einwohnern der grossen Wohnsiedlungen, die ihren Bioabfall umsonst entsorgen dürfen. Damit soll gleichzeitig erreicht werden, dass sich der Anteil biogener Abfälle im Hauskehricht reduziert. Dieser beträgt in Greifensee 30 Prozent, was gemäss einer Studie mehr ist als im schweizerischen Durchschnitt.

