Politik

Charakter des Dorfkerns soll gewahrt bleiben

Kürzlich informierte die Gemeinde Schwerzenbach über die Revision der Kernzone. Die Planungskommission legte der Bevölkerung einen Entwurf des künftigen Dorfkerns vor. Im November wird darüber abgestimmt.

Charakter des Dorfkerns soll gewahrt bleiben

Der Schwerzenbacher Gemeindepräsident Thomas Weber stellte die Planungskommission für die Revision des Kernzonenplans am vorletzten Mittwoch an­lässlich einer zweiten Orien­tierungsveranstaltung vor. Die Kommission setzt sich zusammen aus der Bauvorsteherin ­Esther Borra, dem Bausekretär Karl Rütsche, dem Tiefbau­vorsteher René Iten und Weber selbst.

Planungsbüro beigezogen

Fachliche Unterstützung erhält das Gremium durch ein externes Planungsbüro, welches das komplexe Vorhaben an dem Anlass mit detaillierten Visualisierungen veranschaulichte.

Beim neuen Kernzonenplan geht es um den alten Dorfkern mit seiner antiken Bausubstanz, welche im Wesentlichen erhalten bleibt und an die sich neue Gebäude orientieren. Das Dorfzentrum ist über die Gemeindegrenze hinweg von Bedeutung, auch weil unmittelbar davor ein schützenswertes Natur- und Naherholungsgebiet liegt.

Moderate Verdichtung

Den Charakter dieses Kerns gilt es dadurch zu bewahren, dass Dachlandschaften, Freiräume und Bebauungsmuster erhalten bleiben. Dafür setzt sich die Planungskommission ein. Sie findet damit Rückhalt in der Bevölkerung.

Der aktuell gültige Kern­zonenplan ist über 30 Jahre alt. Einige Bauvorschriften sind überholt.

Durch Lockerungen in den Bestimmungen und durch eine Erhöhung des Nutzungsmasses werden sowohl ein flexiblerer Ausbau bestehender Gebäude als auch eine moderate Verdichtung ermöglicht. Es entstehen neue Wohneinheiten. Scheunen lassen sich einfacher zu Wohnraum umgestalten.

Erhalt von Grünflächen

Insgesamt steigt dadurch die ­Gesamtnutzfläche von 35 auf 50 Prozent an. Die Grünflächen bleiben erhalten, werden aber notfalls neu organisiert, damit sie sich optimal ins Dorfbild ­einfügen. Besondere Baupro­jekte, die das Ortsbild weiterent­wickeln, sollen ebenfalls ermöglicht werden.

Die Planungskommission sieht die Einführung eines Fachgremiums vor. Dieses soll über einen Ermessensspielraum verfügen, um attraktive Bauvor­haben zu bewilligen. Dies sind die wichtigsten Änderungen des revidierten Kernzonenplans.

Sprechstunde für Fragen

Der Gemeinderat wird demnächst noch über die Vorlage ­beraten. Parallel zur kantonalen Vorprüfung läuft auch eine 60-tägige öffentliche Auflage, bei der Einsprüche erhoben ­werden können.

Interessierte haben zudem am 6. Juni anlässlich einer Sprechstunde mit Gemeindepräsident Weber die Gelegenheit, Fragen und Ideen zur Revision vor­zubringen. Wenn alle gesetz­lichen Hürden überwunden sind, stimmt die Gemeindeversammlung am 25. November dieses Jahres über die Revision der Kernzonenbestimmungen ab.

Obwohl das Vorhaben bei der Schwerzenbacher Bevölkerung auf offene Ohren stösst, bleiben einige Fragen weiter ungeklärt: Ob und wie der Heimatschutz oder die Denkmalpflege einbezogen werden und wer ins Fachgremium kommt, hat wiederholt für Einwände gesorgt.

Effekte auf Infrastruktur

Unklar bleibt auch, welche Auswirkungen der neu entstandene Wohnraum auf das Bevölkerungswachstum und die Infrastruktur haben wird. Weber betonte zwar, der Effekt sei mar­ginal. Konkrete Berechnungen stehen allerdings noch aus. ­Diese Simulationen werden für die Eingabe an den Kanton noch ­erstellt werden müssen.

Die Revision muss noch einige Hürden nehmen. Eines ist aber sicher: Werden die neuen Kernzonenbestimmungen angenommen, ist nur mit behutsamen ­Anpassungen zu rechnen: Die Kirche bleibt im Dorf.

(Ilaria Morado)

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