Charakter des Dorfkerns soll gewahrt bleiben
Der Schwerzenbacher Gemeindepräsident Thomas Weber stellte die Planungskommission für die Revision des Kernzonenplans am vorletzten Mittwoch anlässlich einer zweiten Orientierungsveranstaltung vor. Die Kommission setzt sich zusammen aus der Bauvorsteherin Esther Borra, dem Bausekretär Karl Rütsche, dem Tiefbauvorsteher René Iten und Weber selbst.
Planungsbüro beigezogen
Fachliche Unterstützung erhält das Gremium durch ein externes Planungsbüro, welches das komplexe Vorhaben an dem Anlass mit detaillierten Visualisierungen veranschaulichte.
Beim neuen Kernzonenplan geht es um den alten Dorfkern mit seiner antiken Bausubstanz, welche im Wesentlichen erhalten bleibt und an die sich neue Gebäude orientieren. Das Dorfzentrum ist über die Gemeindegrenze hinweg von Bedeutung, auch weil unmittelbar davor ein schützenswertes Natur- und Naherholungsgebiet liegt.
Moderate Verdichtung
Den Charakter dieses Kerns gilt es dadurch zu bewahren, dass Dachlandschaften, Freiräume und Bebauungsmuster erhalten bleiben. Dafür setzt sich die Planungskommission ein. Sie findet damit Rückhalt in der Bevölkerung.
Der aktuell gültige Kernzonenplan ist über 30 Jahre alt. Einige Bauvorschriften sind überholt.
Durch Lockerungen in den Bestimmungen und durch eine Erhöhung des Nutzungsmasses werden sowohl ein flexiblerer Ausbau bestehender Gebäude als auch eine moderate Verdichtung ermöglicht. Es entstehen neue Wohneinheiten. Scheunen lassen sich einfacher zu Wohnraum umgestalten.
Erhalt von Grünflächen
Insgesamt steigt dadurch die Gesamtnutzfläche von 35 auf 50 Prozent an. Die Grünflächen bleiben erhalten, werden aber notfalls neu organisiert, damit sie sich optimal ins Dorfbild einfügen. Besondere Bauprojekte, die das Ortsbild weiterentwickeln, sollen ebenfalls ermöglicht werden.
Die Planungskommission sieht die Einführung eines Fachgremiums vor. Dieses soll über einen Ermessensspielraum verfügen, um attraktive Bauvorhaben zu bewilligen. Dies sind die wichtigsten Änderungen des revidierten Kernzonenplans.
Sprechstunde für Fragen
Der Gemeinderat wird demnächst noch über die Vorlage beraten. Parallel zur kantonalen Vorprüfung läuft auch eine 60-tägige öffentliche Auflage, bei der Einsprüche erhoben werden können.
Interessierte haben zudem am 6. Juni anlässlich einer Sprechstunde mit Gemeindepräsident Weber die Gelegenheit, Fragen und Ideen zur Revision vorzubringen. Wenn alle gesetzlichen Hürden überwunden sind, stimmt die Gemeindeversammlung am 25. November dieses Jahres über die Revision der Kernzonenbestimmungen ab.
Obwohl das Vorhaben bei der Schwerzenbacher Bevölkerung auf offene Ohren stösst, bleiben einige Fragen weiter ungeklärt: Ob und wie der Heimatschutz oder die Denkmalpflege einbezogen werden und wer ins Fachgremium kommt, hat wiederholt für Einwände gesorgt.
Effekte auf Infrastruktur
Unklar bleibt auch, welche Auswirkungen der neu entstandene Wohnraum auf das Bevölkerungswachstum und die Infrastruktur haben wird. Weber betonte zwar, der Effekt sei marginal. Konkrete Berechnungen stehen allerdings noch aus. Diese Simulationen werden für die Eingabe an den Kanton noch erstellt werden müssen.
Die Revision muss noch einige Hürden nehmen. Eines ist aber sicher: Werden die neuen Kernzonenbestimmungen angenommen, ist nur mit behutsamen Anpassungen zu rechnen: Die Kirche bleibt im Dorf.
(Ilaria Morado)
