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Politik

Egger Polizeichef verlässt Posten nach acht Jahren

Peter Zimmermann war als Dienstchef am Aufbau der eigenständigen Egger Gemeindepolizei an vorderster Front beteiligt. Seit Anfang Monat ist er nun in Zollikon tätig. Nun zieht er Bilanz über die letzten acht Jahre.

«In einem ländlichen Gebiet wie Egg sind es oftmals die kleinen Probleme, die grosse Wellen schlagen», sagt Peter Zimmermann. In seiner Zeit als Dienstchef der Egger Gemeindepolizei dominierten denn auch nicht Verfolgungsjagden oder Schiessereien seinen Alltag. «Für Ruhe und Ordnung zu sorgen war immer die Hauptaufgabe», sagt er. Oft seien es Beschwerden über Ruhestörungen in der Nacht oder Lärm von Jugendlichen, die die Egger Polizei auf den Plan rufen würden. «Dabei ist viel Geduld und Empathie gefragt», sagt Zimmermann. «Auch wenn die Probleme der Egger Bevölkerung andere Dimensionen als etwa in der Stadt Zürich haben – als Polizist muss man sie immer ernst nehmen.» Es gebe Ausnahmen, die zu hektischen Situationen führten, wie etwa der Banküberfall im Egger Zentrum vor einem Jahr. «In echter Gefahr habe ich persönlich aber nie geschwebt», sagt Zimmermann.

Aufbau des Postens

Dass es die eigenständige Egger Gemeindepolizei überhaupt gibt, war ein Wunsch der Bevölkerung gewesen. Als die Kantonspolizei 2007 in Uster zentralisiert wurde, schien dies für den Polizeiposten in Egg das Aus zu bedeuten. Aber die Egger Bevölkerung setzte sich dafür ein, dass der Polizeiposten in Egg bestehen blieb, damit die Gemeinde im Aufgabenbereich der Kantonspolizei nicht zu vergessen drohte. An einer Gemeindeversammlung im Sommer 2007 sprachen sich die Egger einstimmig für eine eigenständige Polizei aus. Neben einmaligen Investitionskosten von 145 000 Franken wurden jährlich wiederkehrende Ausgaben für die drei Polizisten von 420 000 Franken bewilligt.

Im Januar 2008 trat Peter Zimmermann seine Stelle als Dienstchef an. Zuvor war er in den Gemeinden Spreitenbach und Kloten als Polizist tätig, danach in Bassersdorf bereits als stellvertretender Dienstchef. Gemeinsam mit zwei Mitarbeitern lag es an ihm, den Posten in Egg aufzubauen. «Wir mussten die Büros einrichten, eigene Dienstzeiten und die Postenöffnungszeiten bestimmen», sagt Zimmermann. Durch das kleine Team sei es nicht möglich, dass der Polizeiposten jeden Tag geöffnet habe. «Wir müssen neben dem Posten auch den Aussendienst und den Nachtdienst abdecken. Und vor allem beim Aussendienst gilt die Regel ‹Ein Mann ist kein Mann›.» So ist der Posten bis heute jeweils am Montag, Mittwoch und Freitag personell besetzt.

Die Egger Gemeindepolizei ist dem Verbund der Polizeiposten des Bezirks Meilen angeschlossen. «Dies macht aus geogra fischer Sicht mehr Sinn als eine Zugehörigkeit zum Verbund des Bezirks Uster», sagt Zimmermann. Die Gemeindepolizeien unterstützen sich gegenseitig bei ihren Einsätzen. Im Lauf der Jahre konnte ein viertes Teammitglied eingestellt werden. Zudem wurde der Jugendbereich ausgebaut, ein Jugendpolizist besucht regelmässig die Egger Schulen. «Präsenz in der Gemeinde zu markieren gehört nach wie vor zu den grössten Aufgaben», sagt Zimmermann. «Die Egger sollen sehen, dass sich die Bildung einer Gemeindepolizei gelohnt hat.» Die jährlichen Kosten für die Gemeindepolizei stiegen dadurch auf rund 470 000 Franken pro Jahr.

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