Die linke Armbeuge von Peter Seeburger ist stark vernarbt. Viele Nadelspitzen haben über die Jahre ihre Spuren hinterlassen. Doch Seeburger ist nicht etwa ein Junkie, der sich Drogen in die Venen spritzt: Am Mittwoch spendete der 69-Jährige zum 175. Mal sein Blut. 175 Mal 450 Milliliter – das ergibt eine Blutmenge von rund 80 Litern. Oder wie Seeburger zu sagen pflegt: «Fast eine Badewanne voll.»
Im Vergleich zu früher sei das Spenden heute viel angenehmer. 1965, im Alter von 18 Jahren, fand er zum ersten Mal den Weg in ein Blutspendezentrum. «Damals gab es in der näheren Umgebung noch keins, ich musste darum nach Zürich», sagt der Greifenseer. Im Blutspendezentrum am Hirschengraben sei es dann auch entsprechend eng gewesen. «Alles musste möglichst schnell gehen», erzählt Seeburger. «Nicht, weil so viele Spender vor Ort waren, sondern wegen den bescheidenen Räumlichkeiten.»
Seltene Blutgruppe
Seit gut 20 Jahren kommt Peter Seeburger nach Uster ins Blutspendezentrum direkt neben dem Spital. Mit den Mitarbeiterinnen der Stiftung Zürcher Blutspendedienst ist er aufgrund der drei bis vier Besuche pro Jahr per Du. Zudem hat er im Raum mit den fünf Plätzen, auf welchen die Spender während der Blutentnahme liegen, einen Stammplatz.
Dass sein Arm von so vielen Stichen gezeichnet ist, mache die Blutentnahme zunehmend komplizierter. «Es ist schwierig, unter diesen Umständen noch eine Vene zu treffen», sagt Veronika Egli, Leiterin des Entnahmedienstes. «Aber wenn es links nicht klappt, dann haben wir am rechten Arm noch eine zweite Chance.» Seeburgers 175. Blutspende ging problemlos über die Bühne.

