Im Spital Wetzikon schon heute im «Zimmer der Zukunft» liegen
Sanft-braunes Eichenparkett, helle Möbel, goldbraune Vorhänge, weisse Wände, ein grosser TV-Flachbildschirm gegenüber dem Bett, grosszügiger Grundriss: Wer in eines der neuen Zimmer im zehnten Geschoss des GZO-Spitals Wetzikon tritt, ist beeindruckt. Nicht nur vom Ausbau, sondern auch vom Speziellsten, dass der Raum zu bieten hat: «die einzigartige Aussicht», wie Spital-CEO Matthias P. Spielmann sich freut. Eine Aussicht in weite Teile des Zürcher Oberlands.
Vor allem Einer-Zimmer
Elf Einer-Zimmer – vier davon können aber auch doppelt, also mit zwei Patienten, belegt werden – hat man im obersten, bisher als «normale» Bettenstation dienenden Stock des Spitals in den vergangenen fünf Monaten erneuert. Weitere identische Zimmer werden demnächst auch im zweitobersten Stock entstehen.
Die modernisierten Räume kann man morgen Samstag, 21. Mai 2016, besichtigen; bereits am Montag werden sie dann für Privat- und Halbprivatversicherte zur Verfügung stehen – und nach Spielmanns Prognose höchstwahrscheinlich schon zwei Tage später alle belegt sein.
«Eine Art Testlabor»
Die neue Privatabteilung hat für das Spital Wetzikon eine besondere Bedeutung. So werden die Räume einerseits als «Zimmer der Zukunft» bezeichnet. Das heisst, jedes Element der Station, das sich bewährt, wird bei den späteren Ausbauten im Haus übernommen – seien es der Bodenbelag oder der Touchscreen, an dem Besucher verschiedenste Infos abrufen könnten. So gesehen ist das zehnte Obergeschoss «eine Art Testlabor», wie die Verantwortlichen sagen.
Ziel: mehr Privatpatienten
Andererseits will man mit den für rund zwei Millionen Franken aufgefrischten und neu eingerichteten Räumen auf den zwei Stockwerken aber auch vermehrt Zusatzversicherte gewinnen. Der Anteil dieses Kundensegments beträgt derzeit 15 Prozent. Könnte man ihn nur schon um einen Prozentpunkt steigern, brächte das laut Matthias Spielmann einen Nettoprofit von einer Million Franken mehr pro Jahr.
Allerdings stagniert sowohl in Wetzikon, wo die Auslastung der insgesamt nicht ganz 30 Privatpatientenbetten 85 bis 90 Prozent betrage, wie schweizweit der Anteil der stationären Privatpatienten. Dank den neuen Zimmern «streben wir an», dass aus dem Nullwachstum ein Wachstum wird. In Anbetracht der sehr harten Konkurrenz im Spitalmarkt des Kantons Zürich ein ambitioniertes Ziel. Eines, das sich nach Spielmanns Überzeugung aber erreichen lässt.
