In Gemeinden wie Wald oder Bäretswil ging die Auflösung der Sozialbehörde ohne grosse Diskussionen über die Bühne. Nicht so in Egg. Den Wunsch des Gemeinderates, die Sozialbehörde aufzulösen und deren Aufgaben an den Gemeinderat zu übertragen, teilen SVP, FDP und CVP nicht. Sie reichten im Dezember eine Initiative ein, um den Fortbestand der Sozialbehörde zu sichern.
Nun melden sich die Ortsparteien ProEgg und SP zu Wort – und sie stehen hinter dem Gemeinderat. Zwar kritisiert Pro Egg nach wie vor die Verknüpfung des Anliegens mit dem Gesamtpaket der Einheitsgemeinde, hat aber die Nein-Parole für die Initiative beschlossen. «Wir sehen in der vom Gemeinderat vorgeschlagenen Abschaffung eher eine Chance für die Stärkung des sozialen Bereiches als eine Schwächung», sagt Sergio Oesch, Präsident von Pro Egg. Die von den Initianten genannte Nähe der Sozialbehörde zur Bevölkerung sieht er zudem nicht nur als Vorteil. «Erstens kann diese auch zum Nachteil von unliebsamen Individuen und Machtmissbrauch genutzt werden. Zweitens können die Wahlen alle vier Jahren dazu führen, dass es politisch motivierte Brüche in der Kontinuität der Sozialarbeit gibt.» Dass die Sozialbehörde in der Form, wie sie heute existiert, funktioniert, will Oesch nicht bestreiten. «Aber funktionieren alleine reicht nicht», sagt er. «Wir wollen einen Fortschritt erzeugen.»
Zielführendere Lösung
Der politische Verein Pro Egg äusserte sich im letzten Frühling – im Vorfeld der Abstimmung über die neue Gemeindeordnung – wie die drei bürgerlichen Parteien kritisch zur geplanten Umverteilung der Aufgaben der Sozialbehörde auf den Gemeinderat und die Verwaltung. So bezeichnete Sergio Oesch die Abschaffung der Sozialbehörde damals als heikel. Parteiintern herrschte weitgehende Einigkeit darüber, «dass es die Sozialbehörde weiterhin in irgendeiner Form geben muss».
Nun, nach einer vertieften Auseinandersetzung, seien sich die ProEgg-Mitglieder einig, die Variante des Gemeinderates sei die bessere. Eine Lösung mit ausgebildeten, bei der Gemeinde angestellten Sozialarbeitern und einem Gemeinderatsausschuss scheine zielführender als die Beibehaltung einer gewählten Laien-Behörde, die nur noch über einen Restbereich urteilen könne.

