Für Gemeinderat Daniel Pellegrini (FDP) ist klar: Die Stadt Uster nutzt die Möglichkeiten ihres Online-Schalters nur ungenügend. «Wenn heute online beim Steueramt ein Einzahlungsschein bestellt wird, muss jemand von der Verwaltung das Verfassen und den Versand der Rechnung manuell in die Wege leiten.» Das sei letztlich das Gleiche, wie wenn jemand direkt im Stadthaus vorbeigehe.
Dabei gebe es viel effizientere Möglichkeiten, so Pellegrini. «Wenn das System bei solchen Anfragen automatisch die weiteren, zuvor definierten Schritte ausführen würde, könnten dadurch Ressourcen eingespart werden.» Dabei gehe es ihm nicht darum, dass Angestellte entlassen werden sollen, betont er. «Aber die hätten dann mehr Zeit für andere, anspruchsvollere Aufgaben.»
Zeitlicher Aufwand nicht zwingend kleiner
Pellegrini thematisiert das Online-Angebot der Stadt Uster in einer Anfrage, die er im März dem Stadtrat eingereicht hat. In der Antwort heisst es etwa, dass die Anfragen und Geschäfte, die via Online-Schalter eingingen, zwar die Schalter- und Telefonanfragen reduzierten. Der zeitliche Aufwand pro Dienstleistung sei jedoch nicht in jedem Fall zwingend kleiner, schreibt der Stadtrat und nennt ebenfalls das Beispiel von Rechnungen, die erstellt und versandt werden müssten.
Zwar kann der Stadtrat die Entlastung und die allfälligen Einsparungen durch die Online-Dienste nicht quantifizieren. Er hält jedoch fest, dass das Angebot auf der Website der Stadt kunden- und bürgerfreundlich sei und die Dienstleistungsqualität erhöhe.

