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Politik

Die Stadt Dübendorf und ihre Dorfchilbi

Um 10 Uhr hat das Pu­blikum bereits Platz genommen: Vor dem Lokal des Dübendorfer Kulturvereins Colonia Libera Italiana, das gleichzeitig ein Restaurant ist, hat man beste Sicht auf den ­angrenzenden Chilbiplatz, der an diesem Samstagmorgen noch ziemlich verschlafen vor sich hin dämmert. Ein Schausteller liegt auf seinem Fahrgeschäft und ­geniesst die ersten Sonnen­strahlen. Ein anderer pützelt an seinem Karussell herum. Das ist alles. Und so ist das schweizerisch-italienische Stimmengewirr von nebenan das Einzige, was zu hören ist.

Um halb elf gibt es dann das erste Mal etwas Action: Eine Frau ist mit ihrem kleinen Lieferwagen etwas zu eng am Stand einer Confiserie vorbeigefahren und hat dabei eine Lampe touchiert. Es gibt ein bisschen Sachschaden und viel Geschrei, denn der Geschädigte möchte, dass sich die Frau entschuldigt, die mag aber nicht so recht. Nach zwei, drei Minuten haben sich die Gemüter wieder beruhigt.

Zuckerwattenwurst zum Frühstück

Vier Jungs mit ihren Mini-Trottinetts und Skateboards sind die Einzigen, die nun für etwas Bewegung auf dem Platz sorgen. Sie kurven herum, motzen über die Preise und fragen jeden, den sie antreffen, wann es denn anfange. Offizieller Beginn ist um 13.30 Uhr. Einzelne Buden, Verkaufs- und Imbissstände haben jedoch schon geöffnet, und so wabert bald der Chilbi-typische Geruch von Wurst und Zuckerwatte über den Platz. Für echte Dübendorfer ist die Kombination auch zum Frühstück kein Problem: Wer die Duft- und Aromaherstellerin Givaudan in der Nachbarschaft hat, ist sich die lustigsten olfaktorischen Cocktails gewohnt.

Aus einem der drei Wohnwagen auf dem Platz ist das Klappern von Geschirr zu hören. Es ist dies die temporäre Bleibe von Elsa und Imerio Gottardi. Die zwei Ustermer sind die Tätschmeister der Chilbi Dübendorf. Sie sind verantwortlich für die Auswahl der Schausteller und Buden­betreiber, dienen als Ansprechpartner für jegliche Fragen und Probleme, sind mit der Verwaltung in Kontakt und haben mit dem Autoscooter oder dem Nos­talgie-Kinderkarussell eigene Fahrgeschäfte am Laufen. Dazu kommen zwei Spielbuden und der Boxkasten. Zwei Angestellte aus Portugal sowie mehrere Aushilfen gehen ihnen während der Chilbisaison zur Hand.

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Ihr Michael Kaspar, Chefredaktor

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