Jedes Jahr reisst die Näniker Chilbi ein Defizit in Höhe von rund 5000 Franken in die Kasse der Stadt Uster. Die Stadt ist am Anlass für Strom, Wasser, Toiletten, Abfall, Werbung und Sicherheit besorgt. Die einzige Einnahmequelle, die Standgebühren, deckt diese Ausgaben nicht. Im letzten Frühling kommunizierte der Stadtrat, er wolle die Chilbi zwar «bis auf Weiteres» noch finanzieren, hielt aber auch klar fest, dass die Näniker Vereine in die Pflicht gezogen werden müssten. Diese sind in die Organisation der Chilbi einbezogen und betreiben eigene Stände.
Bereits vor zwei Jahren wurde das Problem bei einer Sitzung von Verwaltungspolizei und Näniker Vereinen thematisiert. «Dass die Stadt die Näniker Chilbi unterstützt, ist schliesslich auch ein gewisses Privileg», sagt Anita Keller, Chefin der Verwaltungspolizei. «Andere Ustermer Quartiervereine werden bei ihren Anlässen nicht im gleichen Masse finanziell getragen.» Schon damals wurden die Näniker Vereine angehalten, sich über eine neue Attraktion Gedanken zu machen, um das Minus in der Kasse einzudämmen.
Kleiner Publikumsaufmarsch
Die darauf gegründete IG Näniker Chilbi – bestehend aus Vertretern des Frauenvereins und des Gemeindevereins – suchte das Gespräch mit dem Stadtrat. «Dass die Chilbi defizitär ist, können wir nicht schönreden», sagt Andrea Knoblauch-Niedermann vom Frauenverein Nänikon-Werrikon. «Mehr Marktfahrer zu verpflichten, die für mehr Standgebühren sorgen sollen, ist aber nicht so einfach.» Der Publikumsaufmarsch sei eher klein, da neben Nänikern meist nur Greifenseer an der Chilbi teilnähmen. «Und ein eher kleines Publikum ist nicht attraktiv für Händler», sagt Knoblauch-Niedermann. «Wir müssten unseren Besucherkreis erweitern.» Der Platz für die Chilbi und besonders die Anzahl an Parkplätzen seien allerdings limitiert.
Im letzten Herbst fand eine erneute Sitzung mit Stadtrat Jean-François Rossier (SVP), Marktchef Rudolf Harisberger, Anita Keller von der Verwaltungspolizei, der IG Näniker Chilbi und weiteren Vereinen statt. Um das Angebot der Chilbi weiter auszubauen und dadurch mehr Publikum anzuziehen, einigten sich die Verantwortlichen, einen Pilotversuch zu starten: Ein Flohmarkt soll den Chilbi-Betrieb ergänzen. «Die Stadt zeigte sich dazu bereit, Flohmarkthändler anzufragen, ob sie ihre Waren auch in Nänikon anbieten wollen», sagt Knoblauch-Niedermann. Rund zwölf Händler konnten für beide Tage verpflichtet werden. Der kleine Flohmarkt wird sich im oberen Teil der Stationsstrasse befinden. «Alle anderen rücken et-was näher zusammen, damit die Flohmarktstände Seite an Seite aufgestellt werden können», sagt Knoblauch-Niedermann.

