Es war an einem Dienstagvormittag vor vier Wochen. Salvatore Siciliano musste Bankgeschäfte in der UBS-Filiale erledigen. «Als ich rauskam, sah ich, wie ein Fahrer der Firma Falschparken.ch sich daranmacht, mein Auto abzuschleppen.» Er wollte dies verhindern, sprach ihn an. Doch dieser hielt ihm ein Formular hin und machte dem Rentner klar, dass er für die Leerfahrt 250 Franken zu bezahlen habe. Ihm sei nicht bewusst gewesen, dass einige der Parkplätze entlang der Gerichtsstrasse privat seien. «Ich war vielleicht sieben, acht Minuten weg», sagt der Ustermer.
Monika Lüttin beobachtete die Szene und schritt ein. Die Juristin hatte bereits einige Tage zuvor ein paar Meter entfernt einen ähnlichen Fall miterlebt. «Das hat System», sagt die Ustermerin.
Rückwärts angefahren
Die Auseinandersetzung nahm ihren Lauf. Als der Fahrer laut wurde, riefen die Geschädigten die Polizei. Darauf sei der Fahrer in seinen Wagen gestiegen, habe zurückgesetzt und sei dabei bewusst in Lüttins Oberschenkel gefahren – und danach mit der Abschleppvorrichtung noch über Sicilianos Fuss. «Dann stieg er aus, hantierte an der Hebevorrichtung herum, worauf diese auf meinen Fuss fiel», sagt Siciliano. «Ob er das mit Absicht gemacht hat, kann ich nicht sagen.»
Am Nachmittag hatte Siciliano so starke Schmerzen, dass er in die Notaufnahme des Spitals ging. Dort stellten die Ärzte eine gebrochene Zehe fest und verpassten ihm einen Spezialschuh, den er 40 Tage lang tragen muss. Lüttin erlitt eine Prellung am Oberschenkelknochen. Beide reichten sie einen Strafantrag wegen Körperverletzung ein.
