Ich packe in meinen Rucksack eine Flasche Wasser, ein Brot, einen Fenchel, einen Apfel, ein Taschenmesser und einen Pulli. An die Füsse sind bereits die Trekkingschuhe geschnürt. Heute geht es nicht auf einen Berggipfel, ich muss deshalb nicht zuerst eine Auto- oder Zugfahrt auf mich nehmen, um zum Ausgangspunkt meiner Tour zu gelangen. Meine Wanderung beginnt vor meiner Haustür in Wetzikon.
Ich will ohne Karte, sondern nur mit der Hilfe von Wegweisern eine mehrstündige Wanderung durch die drei Bezirke Hinwil, Uster und Pfäffikon unternehmen. Der Mann an meiner Seite hat sich bereit erklärt, mich auf dieser Tour zu begleiten. Eine grobe Wahl der Route habe ich getroffen, doch will ich mich von den gelben Wegweisern leiten lassen. Den ersten zu finden, gestaltet sich jedoch schon ziemlich schwierig.
Los geht es von Wetzikon in Richtung Gossau. Auf der Suche nach den gelben Tafeln folgen wir zuerst der Strasse nach Bertschikon. Auf der Anhöhe bei der Gemeindegrenze angekommen, folgt bereits die erste Überraschung: Nicht einmal ein Kilometer von unserem Haus liegt offenbar der grösste in der Schweiz erhalten gebliebene Grabhügel aus der Bronzezeit. «Begräbnisstätte eines keltischen Grossgrundbesitzers» heisst es auf dem Schild neben dem Hügel, ohne welches wir, ohne weiter nachzudenken, an dieser kleinen Erhöhung vorbeigelaufen wären.
Im Gossauer Ortsteil Bertschikon finden wir dann den ersten gelben Wegweiser. Er führt uns durch den Weiler in Richtung Sulzbach, vorbei an Grundstücken mit hohen Hecken, welche auf eine hohe Swimmingpool-Dichte in dieser Siedlung hindeutet. Einige Tage später wird sich dieser Verdacht beim Prüfen der Luftaufnahmen dieses Gebiets bestätigen. Meine Begleitung – architektonisch gebildet – bleibt bei jedem zweiten Haus stehen, um die zum Teil ästhetisch eigenwilligen Entscheide der Bauherren kritisch unter die Lupe zu nehmen.
Ich geniesse während dieser Pausen die Sonnenstrahlen auf meinem Gesicht. Obwohl sich der Tag von seiner prächtigsten Seite her zeigt, sind nur wenige andere Spaziergänger unterwegs. Da wir an einem Samstagmorgen unterwegs sind, beschlichen mich plötzlich Zweifel. Machen wir jetzt etwas falsch? Oder genau richtig? «Wahrscheinlich ist der Weg um den Greifensee umso dichter bevölkert», meint mein Begleiter. Tatsächlich scheint es so, als wären die kleinen Wege nur wenig abseits der grossen Ausflugsziele wie dem Juckerhof oder der Naturstation Silberweide nahezu unbevölkert.
