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Wirtschaft

Planted baut Fabrik in Deutschland

Das Bewusstsein für Tierwohl und Gesundheit wächst auch ausserhalb der Schweiz – mehr noch als hierzulande.

Die Nachfrage ist so hoch, dass zusätzliche Produktionskapazitäten nötig sind: Bald soll viel mehr pflanzliches «Fleisch» vom Band rollen.

Foto: PD

Planted baut Fabrik in Deutschland

Schweizer Fleischersatz-Firma

Der Umbau einer alten Brauerei ist im Gang. Ab 2025 wird das Start-up viel mehr vegane Steaks und Würste produzieren können als heute – vor allem fürs Ausland.

Edith Hollenstein

Mit einer zusätzlichen Fabrik in Deutschland schlägt die Firma Planted ein neues Kapitel auf. Sie macht jetzt schon drei Viertel des Umsatzes im Ausland, nun verlagert das auf pflanzliche Proteine spezialisierte Start-up seine Produktion über die Landesgrenze.

Im bayrischen Memmingen ist der Umbau einer alten Brauereianlage bereits im Gange, erste Maschinen wurden bereits ausgeliefert. Schon im ersten Quartal des nächsten Jahres will Planted dort Hühnerfleisch- und Steak-Ersatzprodukte produzieren können.

Luftaufnahme einer Industrieanlage.
Im bayrischen Memmingen wird eine alte Brauereianlage umgebaut und mit modernen Anlagen ausgerüstet.

Die Wahl fiel auf Deutschland, weil das Land der momentan grösste Exportmarkt ist. «Wir möchten aus Nachhaltigkeits- sowie Effizienzgründen nahe an unseren Geschäftskunden und Endkundinnen produzieren», sagt Christoph Jenny, Mitgründer und Mitglied der Geschäftsführung von Planted.

Planted wurde an der ETH gegründet

Der neue Standort wird über 50 Angestellte beschäftigen und mittelfristig bis zu 20 Tonnen pflanzliches «Fleisch» pro Tag produzieren – etwa so viel wie aktuell die Fabrik in Kemptthal. Sollte die Nachfrage weiterhin stark steigen, bietet das Areal die Möglichkeit, dort weiter zu vergrössern.

Menschen mit lila Kleidung an einem Produktionsband.
Die Nachfrage steigt: Produktion der Planted Foods AG Kemptthal.

Die Firma Planted wurde im Jahr 2019 an der ETH Zürich gegründet. Neben Deutschland exportiert sie ihre Fleischersatzprodukte nach Grossbritannien, in die Niederlande, nach Frankreich und Italien.

Auch wenn der Markt nach Fleischalternativen in der Schweiz nicht mehr so schnell wächst wie auch schon: Christoph Jenny und sein Team rechnen damit, dass die Nachfrage nach ihren Produkten stark steigen wird – «getrieben durch ein wachsendes Bewusstsein für Umwelt, Tierwohl und Gesundheit». Auch sei Planted bestrebt, die Qualität laufend zu verbessern.

Die Nachfrage nach dem in diesem Jahr lancierten Planted-Steak war zeitweise so hoch, dass es die Kunden in den Läden vergebens suchten. Das pflanzliche Steak sei ein Erfolgsprodukt, mit dem Planted, so Jenny, «ganz neue Anspruchsgruppen mit auf die Reise nehmen könne, die vorher noch einen grossen Bogen um die Kategorie gemacht haben».

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