Abo

Politik

Pfäffikons Tote müssen jetzt pendeln

Das Friedhofsgebäude in Pfäffikon ist in einem schlechten Zustand. Der Zeitpunkt für eine Sanierung könnte besser sein – aber diese lässt sich nicht weiter aufschieben.

So könnte das Friedhofsgebäude in Pfäffikon derenst aussehen., Ab Juni wird es deshalb während fünf Monaten nicht in Betrieb sein., Um die Totenruhe dennoch zu ermöglichen, muss die Gemeinde unter anderem auf das Krematorium Rüti ausweichen.

Archivfoto: Marcel Vollenweider

Pfäffikons Tote müssen jetzt pendeln

Eigentlich wollte die Gemeinde Pfäffikon mit der Sanierung des Friedhofsgebäudes – obwohl nötig – bis zum nächsten Frühjahr zuwarten. Die Corona-Krise bereitete den Behörden Sorgen. Ein plötzlicher Anstieg der Todesfälle in der Gemeinde würde zu Engpässen führen, sofern zeitgleich der Friedhof saniert worden wäre.

« Bis anhin gab es aber keinen Anstieg der Todesfallzahlen durch Corona » , sagt Bianca Boos Germann, Leiterin des Zivilstandsamts. Deshalb soll nun doch im Juni mit den Bauarbeiten begonnen werden. Dies, um allfällige Mehrkosten zu vermeiden. « Die Arbeiten sind dringend » , sagt Boos Germann.

Feucht und undicht

Die Gebäudehülle entspreche nicht den heute gültigen wärmedämmtechnischen Vorschriften. Zudem weise die Fassade Zeichen von Feuchtigkeit auf und das Dach sei undicht. Die Gemeinde rechnet nun damit, dass die Bauarbeiten fünf Monate in Anspruch nehmen werden. In dieser Zeit können im Friedhofsgebäude jedoch keine Toten aufgebahrt werden.

Vier solcher Plätze würden im Friedhofsgebäude unter normalen Bedingungen zur Verfügung stehen. Um die Totenruhe dennoch zu gewährleisten, hat sich die Gemeinde in den Nachbarsgemeinden umgehört. Im umgebauten Krematorium in Rüti, aber auch in Hittnau und Russikon ist sie fündig geworden. « Die dortigen Aufbahrungsräume sind nicht ausgelastet » , sagt Boos Germann.

Mit dieser Ausweichmöglichkeit sollten Engpässe vermieden werden können. Sowieso würde nicht jeder Verstorbene im Friedhof aufgebahrt. « Heute wird häufig im Altersheim, im Spital oder im Krematorium Abschied genommen. »

Mehrkosten übernimmt die Gemeinde

Für kurze Aufbahrungen im Gemeindegebiet wäre es denkbar, auf einen entsprechendem Raum im Altersheim Geratrium auszuweichen. Diese Möglichkeit ist jedoch abhängig davon, wie schnell das Besuchsverbot in den Altersheimen gelockert wird. 

Wo der Transfer eines Verstorbenen in eine Nachbargemeinde notwendig werde, hoffe man auf das Verständnis der Bevölkerung. Dieser werde wie üblich durch einen Bestattungsdienstleister vorgenommen. « Die Mehrkosten übernimmt die Gemeinde » , so Boos Germann weiter.

Sanierung für eine halbe Million Franken

Nach der Sanierung des Friedhofsgebäude, welcher der Gemeinderat mit einem Kredit von insgesamt 645‘000 Franken stattgegeben hat, sollte die Totenruhe wieder wie gewohnt stattfinden können. Jedoch mit einem Katafalk (Gerüst zur Aufbahrung des Sargs) weniger als zuvor. « Da die aktuelle Raumaufteilung nicht optimal ist, erfolgt gleichzeitig eine Umgestaltung. Der vierte Katafalk dient künftig als Lager für Gerätschaften. »  Dieser werde ohnehin nur wenige Male im Jahr gebraucht.

Dennoch soll das Angebot an gekühlten Aufbahrungsmöglichkeiten auf dem Pfäffiker Gemeindegebiet bestehen bleiben. Ein weiterer Raum werde dereinst im Alterszentrum Sophie Guyer zur Verfügung stehen – sobald das Neubauprojekt « Stocker »  des Alterszentrums abgeschlossen ist.

Abo

Möchten Sie weiterlesen?

Liebe Leserin, lieber Leser

Nichts ist gratis im Leben, auch nicht Qualitätsjournalismus aus der Region. Wir liefern Ihnen Tag für Tag relevante Informationen aus Ihrer Region, wir wollen Ihnen die vielen Facetten des Alltagslebens zeigen und wir versuchen, Zusammenhänge und gesellschaftliche Probleme zu beleuchten. Sie können unsere Arbeit unterstützen mit einem Kauf unserer Abos. Vielen Dank!

Ihr Michael Kaspar, Chefredaktor

Sie sind bereits Abonnent? Dann melden Sie sich hier an

Digital-Abo

Mit dem Digital-Abo profitieren Sie von vielen Vorteilen und können die Inhalte auf zueriost.ch uneingeschränkt nutzen.

Sind Sie bereits angemeldet und sehen trotzdem nicht den gesamten Artikel?

Dann lösen Sie hier ein aktuelles Abo.

Fehler gefunden?

Jetzt melden.