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Politik

Pfäffiker SVP legt Fokus auf Wasserrechte

Der Gemeinderat habe Wasserrechte «verscherbelt», so der Vorwurf der Pfäffiker SVP. Mit einer Initiative will sie die Rechte neu verhandeln und das Kleinkraftwasserwerk Mühle Egli wieder in Betrieb nehmen.

Wasserkraft soll in Pfäffikon wieder stärker genützt werden, so will es die SVP. Im Bild der Krebsiweiher... , ... der zusammen mit Tobelweiher eine wichtige Anlage bis hin zur Einmündung des Dorfbachs in den Pfäffikersee bildet.

Archivfoto: Christian Brändli

Pfäffiker SVP legt Fokus auf Wasserrechte

«Wir wollen das Wasserrecht nicht kampflos hergeben.» So tönte es seitens der SVP Pfäffikon bereits am Informationsabend der Gemeinde bezüglich des geplanten Sanierungsvorhabens der Fliessgewässer und Weiheranlagen im Dorf Mitte März. 

Nun steht die Initiative  «Kulturgut Dorfbach und Wasserrechte schützen – Wasserkraft nützen», die fünf Pfäffiker im Namen der SVP eingereicht haben. Das Ziel: Wasserkraft soll in Pfäffikon wieder stärker genützt werden, als Ergänzung zu Wärmeverbund-Systemen und Solarenergie. 

So soll die Gemeinde das ehehafte Wasserrecht für das Kleinkraftwasserwerk Mühle Egli und den Dorfbach neu verhandeln. Ehehafte Wasserrechte sind historische, beziehungsweise vorbestandene private Rechte an öffentlichen Gewässern.

Wasserlauf nachhaltig schützen

Die Gemeinde Pfäffikon soll zudem die vorhandene Wasserkraft mit zeitgemässer Kraftanlagen-Technologie nutzen und das bestehende Kleinwasserkraftwerk wieder in Betrieb nehmen.

Im letzten Jahr wurde dieses ausser Betrieb genommen, da eine Turbine defekt war und auch der Rechen und die elektrotechnischen Einrichtungen sowie die Steuerung sanierungsbedürftig waren, wie die Werkkommission damals mitteilte. Der Betrieb sei zudem seit Jahren defizitär.

Die SVP will den Betrieb wieder starten. Als Folge davon soll möglichst den ganzen Wasserlauf von Tobelweiher, Luppmen, Krebsiweiher, Gemisbächli, Mühleweiher, Druckleitung und Dorfbach bis Pfäffikersee gemäss heutigem Bestand nachhaltig geschützt bleiben.

Gesamtprojekt bis 2023 gefordert

Die Initiative nehme damit gleich drei Anliegen auf, heisst es im Text: Das Öko-System des Dorfbaches und der dazugehörigen Weiheranlagen werde durch das Wasserrecht geschützt. «Aufgrund des drohenden Energiemangels ist es ein Gebot der Stunde, das Kleinwasserkraftwerk Mühle Egli weiterhin zu betreiben.»

Und schliesslich werde mit der Turbinenanlage Mühle Egli ein für die Region wichtiges Kulturgut erhalten. «Unser Dorfbach und die Nutzung der Wasserkraft sind seit 1464 Zeitzeugen der Entwicklung Pfäffikons», heisst es in der Initiative weiter.

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An der Gemeindeversammlung im Dezember 2016 wurde ein Budgetantrag für Projektierungskosten der Gemeinde, den Mühleweiher aufzuheben, klar abgelehnt.

«Ein Rückbau des Weihers würde nicht nur die Investitionen in die Kraftwerkanlagen von 1999 entwerten, sondern auch hohe Kosten für den Umbau des Stauweihers in ein Biotop verursachen», heisst es im Initiativtext weiter.

Die SVP fordert abschliessend ein neues Gesamtprojekt inklusive Nutzung der Wasserkraft, das der Gemeindeversammlung bis spätestens 31.12.2023 zur Abstimmung vorgelegt werden soll.

Durchmischung des Seewassers sichern

Hintergrund der Initiative ist unter anderem die Vereinbarung zwischen der Gemeinde Pfäffikon und dem Amt für Abfall, Wasser, Energie und Luft bezüglich des ehehaften Wasserrechtes.

In dieser wurde festgehalten, dass das bisher unbefristete Wasserrecht auf den 31. Dezember 2030 befristet wird.  «Der Gemeinderat hat somit das immerwährende ehehafte Wasserrecht ohne Gegenleistung verscherbelt», heisst es in der Initiative.

Die gesamte Anlage vom Tobelweiher bis zum See sei ein «nicht zu unterschätzender Wasserzulauf» für den Pfäffikersee. Sie sei der einzige Zufluss von der Westseite her.

Die Durchmischung des Seewassers mit Frischwasser respektive Sauerstoff sei sowieso nur spärlich vorhanden, da der Ein- und Auslauf für den See nur auf der Ostseite stattfindet.

«Dass man das Wasserrecht verscherbelt und in Kauf nimmt, dass an dieser Stelle praktisch kein Wasserzulauf mehr vorhanden ist, kann von der SVP nicht akzeptiert werden.» Daher sei der Schutz des Dorfbaches und der entsprechenden Wasserrechte unabdingbar.

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