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Politik

Parlament spricht Rekordsumme für Feuerwehr- und Werkgebäude

Über einen derart hohen Betrag hat das Parlament in seiner Geschichte wohl noch nie beraten, meint Ratspräsident Hansjörg Germann.

Im Gebiet Eselriet zwischen Illnau und Effretikon sollen der Werkhof und das Feuerwehrdepot untergebracht werden.

Visualisierung: Bühler Streit Architekten

Parlament spricht Rekordsumme für Feuerwehr- und Werkgebäude

Illnau-Effretikon investiert in Sicherheit

Das Stadtparlament von Illnau-Effretikon hat an seiner Sitzung vom Donnerstagabend über das gewichtigste Geschäft des Jahrs beraten. Der Entscheid fiel einstimmig.

Das geplante Feuerwehr- und Werkgebäude in Illnau-Effretikon nimmt die nächste Hürde. Im neuen Bau sollen Werkhof, Feuerwehr und Hauptsammelstelle künftig unter einem Dach Platz finden.

Einstimmig hat das Parlament am Donnerstagabend den Objektkredit für das Generationenprojekt von 39 Millionen Franken genehmigt. «Über einen derart hohen Betrag hat das Parlament in seiner Geschichte wohl noch nie beraten», bemerkte Ratspräsident Hansjörg Germann (FDP).

Visualisierung des geplanten Feuerwehr- und Werkgebäudes.
Das geplante Feuerwehr- und Werkgebäude soll die Einsatzzeit verbessern.

Das Gebäude an sich kostet 33,2 Millionen Franken. Dazu kommen aber noch die Ausgaben für das Land von knapp 3,8 Millionen Franken. Zusätzlich muss die geplante Mehrzweckanlage erschlossen werden. Dies soll mit der neuen Eselrietstrasse geschehen, welche nochmals rund zwei Millionen Franken kostet. 

Stadtpräsident Marco Nuzzi (FDP) machte deutlich, dass die Einsatzzeit durch den Neubau massiv verbessert wird. «Derzeit muss die Feuerwehr durch eine enge Strasse mit einer Geschwindigkeitsbegrenzung von 30 km/h ein- und ausrücken.» Derzeit gebe es 7 Fahrgassen für die Feuerwehr, künftig sollten es 15 sein.

Höchste Zeit

Die Notwendigkeit des Neubaus war im Parlament unbestritten. «Wir begrüssen das gelungene Projekt und freuen uns, dass einheimisches Holz genutzt wird», meinte etwa Ulrich Kuhn von der SVP. «Der Neubau ist ein gigantisches Projekt, aber es lohnt sich, das Geld für die nächsten Generationen zu investieren», ergänzte Thomas Mühlebach von der SP.

Die Politikerinnen und Politiker von links bis rechts waren sich einig, dass der heutige Werkhof an der Grendelbachstrasse, in dem auch die Feuerwehr untergebracht ist, den Anforderungen längst nicht mehr genügt.

Ein Auto steht vor einem Depot.
Das Werk- und Feuerwehrgebäude der Stadt ist in die Jahre gekommen und lässt sich nicht ausbauen. (Archiv)

Einige Gebäudeteile seien dringend sanierungsbedürftig, zudem sei die Anlage zu klein und nicht erweiterbar.

Leise Kritik am Stadtrat

Die Stadt spielt mit dem Gedanken, die Parzelle, auf welcher heute der in die Jahre gekommene Werkhof und das Feuerwehrgebäude stehen, zu verkaufen. Der Stadtrat geht davon aus, dass man mit einem Verkauf rund 13,2 Millionen Franken einnehmen könnte.

Die offensive Kommunikation des Stadtrats diesbezüglich ging einigen Parlamentariern zu weit. Man solle der Bevölkerung reinen Wein einschenken. «Was mit dem Grundstück passiert, ist noch offen», betonte Matthias Müller (Die Mitte). «Ich appelliere an den Stadtrat, dass er den Stimmbürgerinnen und Stimmbürgern das Projekt zur Annahme empfiehlt ohne das süsse Gift.» Trotz der angebrachten Kritik steht Müller aber hinter dem 39-Millionen-Bau. «Das Gebäude ist nicht billig, aber hochwertig.»

Der Ball liegt nun bei der Bevölkerung, am 3. März 2024 kommt es zur Volksabstimmung. 

Projektierungskredit für den Ersatz des Wärmeverbunds genehmigt

Das geplante Feuerwehr- und Werkgebäude soll in das Wärmenetz Eselriet integriert werden. Die Wärmeerzeugung beim bestehenden Wärmeverbund muss laut der Stadt aber saniert werden. Derzeit versorgt nämlich ein Ölbrenner das Sportzentrum, das Schulhaus und die Militärunterkunft.

Der Stadtrat hat entschieden, den neuen Wärmeverbund im Gebiet Eselriet als Eigenbau zu planen. Die Wärme soll künftig aus dem Boden gewonnen werden. Die Investitionskosten inklusive Teilsanierung der Kälteerzeugung im Sportzentrum werden auf rund 5,2 Millionen Franken veranschlagt. Für die Projektierung hat das Parlament nun ebenfalls einstimmig eine halbe Million Franken genehmigt.

Weitere Beschlüsse

Als neues Mitglied für die Rechnungsprüfungskommission wurde Stefan Fässler (FDP) gewählt. Er ersetzt Alexander Salim (FDP).

Einstimmig gab das Parlament grünes Licht für den Kredit von rund einer Million Franken zum Teilausbau für die Aufwertung der Brandrietstrasse beim Bahnhof Effretikon.

Das Postulat von Felix Tuchschmid (SP) zur Tagesschule in Illnau-Effretikon wurde vom Stadtrat beantwortet. Es soll nun ein Grobkonzept zur Tagesschule erstellt werden. Der Bericht vom Stadtrat wurde einstimmig zur Kenntnis genommen. Das Postulat wurde grossmehrheitlich als erledigt erklärt und abgeschrieben.

Die Überweisung der Motion von Urs Gut (Grüne) und Maxim Morskoi (SP) betreffend Einführung von Einheimischentarifen für das Sportzentrum Effretikon wurde mit 21 zu 10 Stimmen abgelehnt.

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