Gesellschaft

Ohne Strom kein Chilbivergnügen

Menschen aller Generationen tauchten an drei Tagen ins pure Illauer Chilbivergnügen ein. Der Bahnspass war nur dank Elektrizität möglich.

Wer einen Adrenalinkick suchte, war an der Illnauer Chilbi am richtigen Ort., Nach oben und unten, mal kopfüber, mal nicht - auf der Discovery wusste man nicht so genau, was kommt als nächstes., Auch die Kleinsten kamen auf ihre Kosten., Wer die Bahnen nicht mochte, fand auch anders Beschäftigung., Die Erwachsenen vergnügten sich eher mit Schlendern und leckerem Essen.

Marcel Vollenweider

Ohne Strom kein Chilbivergnügen

Während dreier Tage dominierte in Illnaus Dorfzentrum das bunte und frohe Treiben. Junge und alte Menschen kamen beim reichhaltigen Angebot der 55. Illauer Dorfchilbi voll auf ihre Kosten.

Während die Jungen eher den Adrenalinkick und Nervenkitzel suchten, genossen die Älteren das ungezwungene Zusammensein in einem der zahlreichen Beizli oder auch nur das Schlendern durch die bunten Marktstand-Gassen. Auch das kulinarische Angebot durfte sich sehen, riechen und schmecken lassen.

Lautes Kreischen beim Bahnspass

Lautes und sich wiederholendes Gekreische ist von den Passagieren der Discovery-Bahn zu hören. Im «Führerstand», wo die Wagemutigen auch die zur Fahrt berechtigenden Chips für sieben Franken kaufen können, sitzt Bahnbetreiber Heinrich Rodel.

Er bedient routiniert verschiedene joystick-ähnliche Knüppel und steuert so das «Schicksal» der gut gesicherten Kinder und Jugendlichen.

Es geht auf und ab, dann folgen ganze Rotationen, die Bahn stoppt sogar in einem Moment, in welchem die Passagiere kopfüber verharren müssen – und zu guter Letzt folgen von unten auch noch Wasserfontänen mitten ins Gesicht. Ausweichen nicht möglich, das Gekreische ist dementsprechend laut.

(Fast) alles benötigt Strom

Heinrich Rodel hat die Bahn vor 18 Jahren erworben. Sie werde mit zwei grossen Motoren betrieben. «Klar, auf Strom bin ich angewiesen, und am Sonntagabend kenne ich auch den Preis für den Strombezug», sagt er.

Jede Anlage sei mit einem Zähler ausgerüstet, eine transparente Abrechnung des Stromzulieferers sei also möglich. «An anderen Orten bezahlen wir einfach eine Pauschale für den Standplatz und die bezogene Energie», so Rodel weiter.

Heinrich Rodel in seinem Betriebshäuschen an der Illnauer Chilbi.

In den Sommermonaten sei der Stromverbrauch geringer als in der Zeit, in welcher die Tage kürzer werden. Dass ihm der Strom einmal ausgehen könnte, glaubt er nicht, mit höheren Preisen sei hingegen zu rechnen. «Im Moment empfinde ich all diese Diskussionen aber eher mühsam», hält Rodel fest und erinnert sich an all die Einschränkungen während der Corona-Pandemie.

Er fürchte sich auch nicht davor, sollte ihm für das Betreiben seiner Bahn mal der Strom «abgestellt» werden. «Dann nehme ich meinen grossen Generator mit und versorge die Bahn so mit Energie», gibt er sich kämpferisch.

Im Stromverbrauch sparsamer ist die Bahn «Der Wurm». Vernon Bakker, der gebürtige Holländer, betreibt diese Achterbahn und betont, dass nur an einer Stelle, nämlich dort, wo die Bahn von einer Kette einige Meter auf ein höheres Level gezogen werden muss, Energie benötigt werde. «Danach fährt die Bahn ohne Antrieb, Sensoren steuern dann das Tempo», erklärt Bakker. Er weist auch auf die energiesparenden LED-Beleuchtungen hin.

Chilbiverzicht? Nur ungern

Yvonne aus Schlieren, Viviana aus Dübendorf und Lavinia aus Ottikon schlendern durch die Stände. Sie tragen alle eine  Kopfbedeckung, die sie an der Chilbi erworben haben. Im Armhalten Plüschtiere und einen Schlüsselanhänger, die sie beim Schiessen gewonnen haben.

Drei Mädchen an der Illnauer Chilbi.

Über eine mögliche Energiekrise machen sich die drei Teenager kaum Gedanken. Auf ein Chilbivergnügen würden sie jedoch nur ungern verzichten, so der Tenor.

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