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Politik

Nur noch zwei Tösstaler Kantonsräte aus Winterthur-Land

Markus Schaaf (EVP) und Theres Agosti Monn (SP) verteidigen ihre Sitze im Wahlkreis Winterthur-Land.

Markus Schaaf (EVP) und Theres Agosti Monn (SP) sind die beiden Tösstaler Kantonsräte in Winterthur-Land.

Fotos: PD

Nur noch zwei Tösstaler Kantonsräte aus Winterthur-Land

Urs Hans ist draussen

Mit Markus Schaaf (EVP) und Theres Agosti Monn (SP) sind nur noch zwei der sieben Sitze im Wahlkreis Winterthur Land in Tösstaler Hand.

Bettina Schnider

Im Wahlkreis Winterthur Land, zu dem die Tösstaler Gemeinden Schlatt, Zell und Turbenthal gehören, heisst die Wahlsiegerin SVP. Die wählerstärkste Partei legte gegenüber 2019 zwar nur um 0,53 Prozentpunkte auf 35,65 Prozent zu. Sie erobert damit aber zulasten der Grünen einen dritten Sitz zurück.

Dieser geht jedoch nicht ins Tösstal. Nur noch zwei der sieben Sitze im Wahlkreis sind nach den Wahlen durch Tösstaler besetzt. Die Turbenthalerin Theres Agosti Monn (SP) wird auch weiterhin im Kantonsrat politisieren.

In Winterthur-Land erreichte ihre Partei 11,34 Prozent, und verliert damit nur 0,27 Prozentpunkte im Vergleich zu den Wahlen vor vier Jahren.

Klima-Allianz wichtiger als Resultat

«Um meinen Sitz musste ich nicht wirklich ‹bibbern›», sagt Agosti Monn zu ihrer Wiederwahl. Trotzdem freue sie sich sehr.

Noch wichtiger als das persönliche Resultat sei aber für sie, dass die sogenannte Klima-Allianz bestehend aus SP, GLP, Grünen, EVP und AL weiterhin eine Mehrheit im Kantonsrat habe. «So können wir auch in den nächsten vier Jahren vorwärtsmachen in der Umwelt-Politik.»

Neben Agosti Monn schaffte auch Markus Schaaf von der EVP den erneuten Sprung in den Kantonsrat. Seine Partei verlor im Wahlkreis aber 1,19 Prozentpunkte und liegt noch bei 6,78 Prozent.

Lange war deshalb ungewiss, ob er die Wiederwahl schafft. «Bei einer kleinen Partei kann es immer zu Verwerfungen kommen», sagt der EVP-Fraktionspräsident.

Noch keine Analyse bei der EVP

Im Kantonsrat kommt die EVP nur noch auf sieben Sitze und verliert ein Mandat im Bezirk Uster. «Das ist natürlich schade», konstatiert Schaaf.

Auch in seinem Wohnort Zell, einer EVP-Hochburg, verlor die Partei 2,9 Prozentpunkte gegenüber 2019 und kommt noch auf 16,4 Prozent der Stimmen.

«Es hat sicherlich auch mit dem Aufkommen von Aufrecht zu tun», meint Schaaf. Aber für eine vertiefte Analyse des Resultats sei es noch zu früh.

Hans ist enttäuscht und zufrieden

Die Wahl nicht geschafft hat Kantonsrat Urs Hans (Aufrecht/Freie Liste). Vor vier Jahren zog er für die Grünen in den Kantonsrat ein. Seine Partei schloss den Bauer aus Neubrunn dann aber im Sommer 2020 wegen fragwürdigen Äusserungen zur Corona-Pandemie aus.

Das System schützt sich.

Urs Hans (Aufrecht/Freie Liste)

abgewählter Kantonsrat

Urs Hans war am Sonntag gleichzeitig enttäuscht und zufrieden. «Wir haben aus dem Nichts heraus ein gutes Resultat erreicht.» Er hoffe, die Bewegung könne den Schwung weiter ausnutzen.

Gleichzeit spart er auch nicht mit Kritik: «Das System schützt sich.» Ohne die Sperrklausel würden Aufrecht/Freie Liste Kantonsratssitze zustehen.

Die Liste erreichte im Wahlkreis Winterthur-Land 3,71 Prozent – und verpasste damit die 5-Prozent-Hürde. Auch auf Kantonsebene erreichte die Gruppierung nur 2,15 Prozent, 3 Prozent wären für einen Sitz nötig gewesen.

Hans wird noch bis im Mai im Kantonsrat politisieren. Für die Zeit danach lässt er noch vieles offen: «Wir schauen dann weiter.»

Kägi in Lauerstellung

Die übrigen Parteien konnten in Winterthur-Land ihre Sitze halten. Die FDP und die GLP stellen weiterhin je einen Kantonsrat. Die Freisinnigen verloren nur 0,03 Prozentpunkte im Vergleich zu den Wahlen 2019. Mit 14,14 Prozent Wähleranteil verpassten sie aber den angestrebten zweiten Sitz.

Es ist mein grosses Ziel, Kantonsrätin zu werden.

Viviane Kägi

GLP-Kantonsratskandidatin

Auch die GLP hat weiterhin ein Mandat. Dieses hält der ehemalige Elgger Gemeindepräsident Christoph Ziegler. Die Turbenthalerin Viviane Kägi, die vom zweiten Listenplatz aus ins Rennen ging, konnte diese Position halten.

Damit ist sie jetzt auf einem Nachrutschplatz. «Aber es ist nicht so, dass ich mit Christoph Ziegler bereits über seinen Rücktritt gesprochen hätte», sagt Kägi scherzhaft. Und trotzdem: «Es ist mein grosses Ziel, Kantonsrätin zu werden.»

Die weiteren Gewählten im Wahlkreis Winterthur-Land

Martin Hübscher (bisher), SVP, Bertschikon
Tobias Weidmann (bisher), SVP, Hettlingen
Urs Wegmann (neu), SVP, Neftenbach
Martin Huber (bisher), FDP, Neftenbach
Christoph Ziegler (bisher), GLP, Elgg

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