Nicht alle wollen, dass das Ortsmuseum abgerissen wird
Im Juni hat der Gemeinderat Wila seine Liegenschaftenstrategie der Bevölkerung vorgestellt und sie eingeladen, dazu Stellung zu nehmen. Wie der Gemeinderat nun mitteilt, haben «viele Einwohner und Einwohnerinnen» daran teilgenommen.
«Über 30 Stellungnahmen sind eingegangen», sagt der zuständige Gemeinderat Simon Mösch (BDP) auf Anfrage. Grossmehrheitlich werde die Strategie der Gemeinde begrüsst, sagt Mösch weiter. Einzig zur zukünftigen Nutzung des Peterhauses, des Ortsmuseums und des Alten Primarschulhauses gingen die Meinungen auseinander.
Ortsmuseum soll ins Peterhaus
Der Gemeinderat plant eine grössere Rochade, was die Nutzung dieser drei Gebäude anbelangt. So sollen im Alten Primarschulhaus Wohnungen entstehen und die Liegenschaft so zum Renditeobjekt werden. Heute nutzen unter anderem die Spielgruppe und Vereine dieses Gebäude.
«Es ist das schlechteste Gebäude im Inventar.»
Simon Mösch (BDP), Gemeinderat Wila im Juni
Ersatzräume sind im Peterhaus an der Tösstalstrasse 16 geplant. Dort soll neu auch das Ortsmuseum beheimatet sein. Das derzeitige Ortsmuseum würde im Gegenzug abgebrochen.
«Es ist das schlechteste Gebäude im Inventar. Eine umfassende Sanierung wäre nötig und würde schnell 500‘000 Franken kosten», sagte Mösch an der Informationsveranstaltung im Juni. Anstelle des Gebäudes will der Gemeinderat dort einen Begegnungsplatz schaffen, um das Zentrum aufzuwerten.
Den Fächer nochmals öffnen
Den Abriss des derzeitigen Ortsmuseums befürworten aber nicht alle. Wie Simon Mösch sagt, habe es einige Rückmeldungen gegeben, dass dieses Gebäude stehen bleiben soll. Ausserdem plädierten einige dafür, dass das Alte Primarschulhaus nicht zu Wohnraum umgebaut wird.
Die verschiedenen Rückmeldungen veranlassen den Gemeinderat dazu, «den Fächer für diese drei kontrovers diskutierten Gebäude gemeinsam mit der Bevölkerung nochmals zu öffnen», wie er in seiner Mitteilung schreibt. Dies auch im Wissen, dass die Erarbeitung der Liegenschaftenstrategie ein hohes Mass an Sensibilität erfordere.
«Eine Abstimmung ist bei einer Liegenschaftenstrategie rechtlich nicht möglich.»
Simon Mösch
Laut Simon Mösch soll im ersten Halbjahr 2021 ein Workshop mit der Bevölkerung stattfinden, an dem die künftige Nutzung dieser drei Gebäude diskutiert wird. Daraus sollen diverse Varianten entstehen, über welche die Einwohner in einem weiteren Schritt entscheiden können.
In einer Umfrage können sie angeben, welche Variante sie bevorzugen. Eine Abstimmung an einer Gemeindeversammlung oder an der Urne ist nicht vorgesehen. «Das ist bei einer Liegenschaftenstrategie rechtlich nicht möglich», sagt Mösch.
Neues Strategiepapier
Im Zuge der Liegenschaftenstrategie kann es aber durchaus zu Abstimmungen kommen. Zum Beispiel, wenn der Kredit für den Umbau eines Gebäudes oder der Preis für dessen Verkauf eine gewisse Limite überschreitet, welche die Finanzkompetenz des Gemeinderats übersteigt.
Für die restlichen, unumstrittenen Liegenschaften will der Gemeinderat bis Ende Jahr ein neues Strategiepapier präsentieren. Darin will er seine Ideen zu den einzelnen Liegenschaften zusammenführen, provisorische Zeitpläne für die Umsetzung definieren und die eingegangenen Rückmeldungen einbinden und bewerten.
Innerhalb der Kreditlimite
Erste Auswirkungen der Liegenschaftenstrategie sind bereits im Budget 2021 sichtbar. Der Gemeinderat beabsichtigt für nächstes Jahr den Verkauf des ehemaligen Krämerladens Schoch sowie der beiden Scheunen an der Gerbistrasse.
Das hat zur Folge, dass die Gemeinde in der Investitionsrechnung des Finanzvermögens von einem Einnahmenüberschuss von 1,38 Millionen Franken ausgeht. Laut Finanzvorstand Simon Mösch liegt der Verkaufspreis jeder der drei Liegenschaften innerhalb der Kreditlimite, in der der Gemeinderat entscheiden kann.