Am Montagabend bewegten sich die Temperaturen in Egg gegen den Nullpunkt. Genauso garstige Stimmung wehte in der reformierten Kirche auch dem Egger Gemeinderat entgegen. Hatte er den anwesenden Stimmbürgern doch einen gewichtigen Antrag vorzulegen. Gleich um sechs Prozentpunkte wollte er die Steuern erhöhen. Dass dieser Vorstoss bei den Stimmbürgern für keine Glücksgefühle sorgen sollte, zeigte sich schnell. Mit 284 Stimmberechtigten war die Kirche rappelvoll und die Versammlung so gut besucht wie wohl schon lange nicht mehr.
Die Versammlung begann sogleich mit dem harten Brocken – dem Budget 2022. Darin schreibt die Gemeinde Egg ein Minus von 1,3 Millionen Franken – die vorgeschlagene Steuererhöhung ist darin bereits eingerechnet. Es ist bereits das zweite Millionenminus in Folge. Er habe bereits in den vergangenen Versammlungen immer wieder auf ein strukturelles Defizit von etwa zehn Steuerprozentpunkten in den Egger Gemeindefinanzen hingewiesen, sagte Finanzvorstand Erich Haller (FDP). «Das fordert nun Massnahmen».
«Teuerster Fussballplatz der Schweiz»
Ursprünglich rechnete der Gemeinderat gar mit einem Defizit von 4,6 Millionen Franken. Um dies abzuwenden tätigte er gewisse Massnahmen. So habe man einen Drittel des Aufwandüberschusses durch gezielte finanzielle Verbesserungen eingespart, sagte Haller. Einen weiteren Drittel seien zu Lasten des Eigenkapitals verbucht worden. Und den letzten Drittel sollte mit der vorgeschlagenen Steuererhöhung aufgefangen werden. Damit rechnet Haller im Budget 2023 mit einer «schwarzen Null». «Auch ich bin kein Fan von höheren Steuern. Aber die Massnahme ist nötig.»
«Sie wissen nicht, was sie tun. Und das ist nicht in Ordnung.»
Votant

