Die Pandemie hat schon manchen einen Strich durch die Rechnung gemacht. So auch dem Ustertag-Komitee, welches 2020 mit dem Hauptredner Martin Scholl, CEO der Zürcher Kantonalbank (ZKB), das 150-Jahr-Jubiläum der Bank gebührend würdigen wollte. Aber nicht nur wegen des Jubiläums, sondern auch, weil die Gründung der ZKB ohne den Ustertag vielleicht nie – oder viel später – stattgefunden hätte. Auch wenn der Ustertag 40 Jahre vor der Gründung der Bank stattfand. Der Ustertag hätte letztes Jahr sein 190 jähriges Bestehen feiern können.
«Was wir heute brauchen, ist, das wir heute so handeln als wären wir betroffen wie unsere Kinder.»
Martin Scholl, CEO Zürcher Kantonalbank
Nachdem am 22. November 1830 in Uster gut 10'000 Männer gegen die Bevormundung durch die Stadt Zürich demonstriert hatten, wurde schon vier Monate später eine neue Verfassung im Kanton in Kraft gesetzt. 37 Jahre später machte das Volk an verschiedenen Vollversammlungen erneut seinem Ärger Luft und forderte neben mehr Rechten die Gründung einer staatlichen Bank. Drei Jahre später war es soweit. Die erste Filiale der ZKB wurde am 22. Februar 1870 eröffnet.
Am Sonntag stand in der reformierten Kirche der CEO der vor 151 Jahren gegründeten Bank auf der Empore der Kirche als Hauptredner des Ustertags. Martin Scholl ging kurz auf die Geschichte ein um dann von seinem Recht Gebrauch zu machen, als Hauptredner das Thema seiner Rede selber zu bestimmen. Entschieden hat er sich für «Wir brauchen einen neuen Generationenvertrag». Nicht im juristischen Sinn, wie er betonte, sondern als Gesellschaftsvertrag.

