Momentan taucht auf verschiedenen Social Media-Plattformen ein Flyer auf. «Liebe Menschen ohne Zertifikat» heisst es darauf. Und weiter: «Du bist in Illnau unterwegs und kannst in kein Restaurant, weil dir der Eintritt verwehrt bleibt? In unserem Dorf musst du nicht draussen frieren.»
Die Betreiber wollen nicht mit ihren Namen, sondern unter dem Titel « Mittagstisch für alle Illnau » auftreten. Eine Person des Zusammenschlusses erzählt , was es damit auf sich hat.
Wie ist die Idee entstanden?
Mittagtisch für alle Illnau: Als die Zertifikatspflicht in Kraft getreten ist, sass ich in der Stube und dachte, dass es draussen langsam kalt und « grusig » wird. Bei mir ist es immer warm, ich kann im Homeoffice arbeiten und habe auch die Möglichkeit im Geschäft zu essen. Ich fragte mich, was mit den Menschen ist, die beruflich unterwegs sind und diese Möglichkeit nicht haben? Wohin gehen sie? Auch sie müssten sich doch in der Wärme verpflegen können und warum nicht bei uns zu Hause?
Wie ging es dann weiter?
Für mich alleine ist der Aufwand gross, jeden Mittag für viele zu kochen. Aber ich dachte, dass es bestimmt noch andere Privathaushalte in unserem Dorf gibt, die mitmachen würden. Und so war es auch. Sehr schnell haben sich sechs Gleichgesinnte durch persönliche Anfrage, über Social Media und über die Plattform Mettagstesch.ch mit denselben Gedanken gefunden. Mittlerweile haben wir uns getroffen und persönlich kennengelernt. Wir sind alle motiviert und freuen uns auf spannende Begegnungen.
Ihnen geht es also um mehr, als nur um das Essen?
Für uns ist es ein Akt der Solidarität und Nächstenliebe. Es sind aber auch Leute willkommen, die ein Zertifikat haben. Beispielsweise solche, die einsam sind. Es dürfen alle kommen, egal ob ungeimpft, ungetestet, getestet oder geimpft. Wir möchten das Miteinander in der Gesellschaft fördern.

