Ein klein wenig fühlt es sich an, wie die Ruhe vor dem Sturm. Als sich am Samstag um 11 Uhr die ersten Impfwilligen auf dem Platz vor dem Gemeindehaus in Gossau in die Reihe stellen, um sich für die Impfung zu registrieren, ist die Stimmung noch wenig festlich. Die Festbänke sind noch leer, das Podium, wo später Gesundheitsdirektorin Natalie Rickli (SVP) sprechen wird, verlassen.
Im Hintergrund stehen die drei Impfmobile des Kantons – quasi die Stars des Tages. Doch schnell wird auch ersichtlich: Geimpft wird nicht in den Fahrzeugen selbst, sondern in einer weissen Zeltformation, in der sich ein ganzes kleines Impfzentrum verbirgt. Die Transporter tun also nur das, was ihr Name suggeriert: transportieren.
Zwischen blauen und weissen Ballonen steht Gossaus Gemeindepräsident Jörg Kündig (FDP) und gibt ein erstes Interview. Es ist nicht zuletzt ihm zu verdanken, dass der Kanton die Impfmobile hier einweiht. Als Präsident des Verbands der Gemeindepräsidien habe er eine gewisse Vorbildfunktion für die anderen Gemeinden. « Und diese Rolle übernehme ich gerne » , sagt er.
Impfoase Oberland
Tatsächlich kann man diesem Startort auch eine gewisse Symbolik zuschreiben. Das Oberland gilt im Kanton Zürich nicht als sonderlich impffreudig, der Bezirk Hinwil, zu dem auch Gossau gehört, liegt im kantonalen Vergleich sogar ganz am Schluss. Nur 51 Prozent der Bevölkerung ist hier mindestens einmal geimpft. Kündig mag darauf nicht direkt eingehen, betont aber: « Wir wollen die anderen Gemeinde motivieren, lokale Impfmöglichkeiten zu schaffen. »

