Barbara Thalmann, das Projekt Zeughaus wird von den Kritikern als Elitenpalast bezeichnet. Warum sprechen Sie vom Kulturzentrum « für alle » ?
Barbara Thalmann: Etwas möchte ich sogleich klarstellen: Das Projekt heisst korrekt « Kultur- und Begegnungszentrum » , auch wenn es umständlich ist. Wir gehen von den Nutzungen aus, die dort schon heute stattfinden und die wir geplant haben. Das sind Anlässe, die jetzt im Stadthofsaal oder im Central stattfinden. Mit den zusätzlichen Angeboten, die draussen auf dem Areal stattfinden, ist das eine sehr breite Palette.
Hans Denzler, sind Sie einverstanden?
Hans Denzler: Wir wünschten das Kulturzentrum wäre für alle. Das ist das Ziel, da sind wir uns einig. Das Problem ist, dass es finanziell nicht mehr für alle ist. Weil es einfach nicht tragbar ist. Etwa für die Gastronomie, die den Innenausbau separat zahlen muss.
Thalmann: Es wird immer gesagt, der Innenausbau der Gastronomie sei nicht in den Baukosten drin. Das stimmt nicht.
Denzler: Jetzt ist der Innenausbau in den Kosten drin. Aber in den 20 Millionen Franken, von denen man ausgegangen ist, war er nicht inbegriffen. Die 800‘000 Franken, die der Innenausbau für die Gastronomie kostet, hat man nun hinzugefügt.
In der Weisung des Stadtrats steht, dass die 800‘000 Franken für den Innenausbau der Gastroflächen in die Investitionskosten eingerechnet sind. Die Kinosäle hingegen sind im Rohbau vorgesehen. Bei der Finanzierung des Projekts rechnet der Stadtrat mit sechs Millionen Franken, die der Kanton und der Lotteriefonds beisteuern. Hans Denzler, wenn dieses Fremdkapital kommt, ist das Projekt für Sie dann im Richtwert von 20 Millionen Franken?
Denzler: Ich sage einfach, wir müssen mit den Bruttokosten ans Volk herantreten und nicht mit den Nettokosten. Deshalb ziehe ich den Lotteriefonds und die Aktien von privater Seite ab. Wenn etwas kommt – und es kommt sicher etwas, aber die Summe kann man noch nicht definieren – werden wir in absehbarer Zeit mit dem ganzen Haushalt trotzdem keine einfache Zeit haben. Die Zahlen gegenüber dem Volk zu verschönern ist nicht der richtige Weg.

