Thomas Weber, der Gemeinderat will verhindern, dass der Verkehr, insbesondere Motorfahrzeugverkehr auf dem Gemeindegebiet zunimmt. Deshalb sollen parallel zum Ausbau zur Doppelspur durch die SBB die Bewegungsräume für Fussgänger und Velofahrer vergrössert und gestärkt werden. Wie sehen die Pläne dazu aus?
Thomas Weber (parteilos): Mit dem Doppelspur-Ausbau im Aathal wird die Kapazität des öffentlichen Verkehrs erhöht. Gleichzeitig schränkt die Bahnlinie die Querung für Fussgänger und Velofahrer zwischen Nord und Süd aktuell ein. Wir haben auf dieser Achse im Rahmen des mehrjährigen Planungsprozesses einige Schwachstellen festmachen können. So ist etwa der Aufgang von der Schulstrasse zum Perron nur von einer Seite erschlossen. Der erarbeitete Massnahmenplan sieht vor, die Zugänge zu den Perrons und die Querungen der Bahnlinie für Fussgänger und Velofahrer auszubauen. Es werden kürzer Wege angestrebt.
Im Kommunalen Richtplan Verkehr heisst es weiter, dass « neue Treffpunkte » und « Quartierschwerpunkte» geschaffen, und «der Zentrumscharakter gestärkt» werden soll. Können Sie dies ausführen?
Wir möchten der Gefahr, dass Schwerzenbach zunehmend zu einem Schlafdorf verkommt, entgegenwirken. Das Dorfleben soll im Dorf und nicht anderswo stattfinden können. Dafür braucht es auch Angebote ausserhalb des Zentrums. Uns schweben einige wenige Treffpunkte in Form von Kaffees oder Spielplätzen in den Quartieren vor. Ein Ort, der sich dafür anbietet, ist beispielsweise die Kreuzung Bahnhofstrasse/Gfennstrasse beim Spar-Markt. Ein Gastro-Betrieb eines Privaten an diesem Standort würde auch dazu beitragen, dass diese Einkaufsmöglichkeit erhalten bleibt.
Der Kanton plant, den Verkehrsknoten an dieser Kreuzung baulich umzugestalten, um den Verkehr zu beruhigen. Bis zur Realisierung dürften aber noch mindestens drei Jahre vergehen. Deshalb will der Gemeinderat bereits vorher auf allen Gemeindestrassen Tempo 30 einführen. Weshalb?
Wir müssen die Motorfahrzeuge auf Tempo 30 bringen, das heisst auf Augenhöhe mit dem Veloverkehr. Wenn wir dies nicht schaffen, werden wir das Verkehrsaufkommen nicht bewältigen können. Gleichzeitig möchten wir die Strassen offen halten und nicht mit baulichen Massnahmen verengen, denn auch Velos brauchen Platz. Die Tempi sollen bei Bedarf mit Geschwindigkeitsmessungen kontrolliert werden.
Welcher Zeithorizont ist für Tempo 30 vorgesehen?
Der Gemeinderat möchte dies möglichst bald umsetzen. Wir können aber nicht einfach hingehen und Tempo-30-Schilder aufstellen. Bedingung für die nächsten Schritte ist die Zustimmung zum Kommunalen Richtplan Verkehr der Bevölkerung an der GV vom 18 Juni. Dann können wir die dafür nötigen Gutachten für das kommende Jahr budgetieren. Dabei handelt es sich allerdings um ein kostenintensives Unterfangen. Ich rechne mit einem tiefen, sechsstelligen Betrag. Danach können wir den Antrag für Tempo 30 an die zuständigen Behörden stellen.
Auf welchen Abschnitten soll den nur noch mit 30 km/h gefahren werden können?
Mittelfristig auf dem gesamten Gemeindegebiet. Bei der Planung der Abschnitte spielt der Kanton eine gewichtige Rolle. Dessen Plan sieht, Stand heute, vor, dass etwa im Innerortsbereich auf der Fällanden- und Dorfstrasse bis zum Spar-Markt Tempo 30 gelten soll. Es sind mit zirka drei Jahren zu rechnen, bis die Bagger des Kantons auffahren werden. Von dort soll auf der Bahnhofstrasse Richtung Zentrum wieder 50 km/h signalisiert sein. Dies mit der Begründung, dass die Strasse gut und breit genug ausgebaut sei. Zudem soll der Belag auf diesem Abschnitt durch einen neuen lärmreduzierenden, sogenannten Flüsterbelag ersetzt werden.

