« Beide Initiativen geniessen in der Bevölkerung grosse Unterstützung. » Mit dieser Behauptung, die Patricio Frei im Juni letzten Jahres äusserte, sollte der Ustermer Fraktionspräsident der Grünen Recht behalten. Trotz fehlender Unterstützung des Gemeinderats und anderer grossen Parteien erhielten beide Vorlagen seiner Partei zum Schutz des Grossriets in Nänikon am Sonntag eine Mehrheit.
In der Stichfrage wurde allerdings nur die « Kulturland-Initiative für Nänikon: Landwirtschaft statt Betonklötze! » angenommen; und zwar mit 53 Prozent. Konkret hat das Volk damit sein Einverständnis gegeben, dass das Gebiet Langmorgen/Bluetmatt zwischen Nänikon und der Industriezone Volketswil, das derzeit als Reservezone ausgewiesen ist, in eine Landwirtschaftszone umgewandelt wird. Damit wird eine Überbauung in Zukunft beinahe verunmöglicht.
Bergmolche gegen Bauordnung
Der Stadtrat wollte mit seinem Gegenvorschlag stattdessen künftigen Generationen den Handlungsspielraum für die Stadtentwicklung erhalten, eine Überbauung aber erst ab 2050 ermöglichen.
Die Kampagnen der beiden Lager unterschieden sich dabei stark. Während die Grünen mit grasenden Kühen, seltenen Bergmolchen, Obstbäumen, Trinkwasser und Biodiversität die Emotionen der Bürger abholten, versuchte der Stadtrat das Volk mit abstrakten Planungsinstrumenten wie dem kantonalen und regionalen Richtplan, der Bau- und Zonenordnung oder dem Masterplan 2050 auf seine Seite zu ziehen.

