Es ist ein beliebter Aussichtspunkt, für Fischer eine attraktive Angelstelle und für einige eine Anlage mit Museumscharakter: Das Ende des 19. Jahrhunderts erbaute Wehr beim Abfluss des Greifensees. Dieses soll bereits in einigen Tagen nicht mehr zugänglich sein. So zumindest sieht es der Kantons vor.
Grund für diesen Entscheid ist, dass die Sicherheit beim Betreten der Anlage nicht mehr gewährleistet sei, sagt Isabelle Rüegg von der Baudirektion des Kantons Zürich auf Anfrage: « Sowohl die Natursteinmauern als auch die Stahlkonstruktionen sind in die Jahre gekommen. » Deshalb hat das Amt für Abfall, Wasser, Energie und Luft (Awel) im letzten Jahr entschieden, den Zugang zum Wehr beidseitig zu vergittern. Dies, um « die entstandene Unfallgefahr angemessen zu eliminieren » , sagt Rüegg weiter.
Zeitzeuge der Industrialisierung
An diesem Vorhaben des Kantons stören sich einige Seebesucher, die sich an die Redaktion von Züriost gewandt haben. Einer davon ist Philippe Locher aus Fällanden. Er besucht die Stelle, wo die Glatt beginnt, seit vielen Jahren regelmässig. Für ihn sei die alte Anlage ein Zeuge aus der Zeit der Industrialisierung und habe damit Museumscharakter. Deshalb bedauere er es sehr, dass die Anlage bald nicht mehr zugänglich sein werde.
« Ich mochte es meinen Kinder zu erklären, wie die Regulierung des Wasserpegels mittels einfacher Mechanik funktioniert » , sagt Locher. Denn in der heutigen Zeit verstehe kaum ein Kind mehr, wie etwa ein Zahnrad funktioniere. Denn: « Während früher ein kaputter Wecker zur Reparatur aufgeschraubt wurde, wird er heute kurzerhand weggeworfen » , sagt Locher.

