Das Vorgehen des Turbenthaler Gemeindepräsidenten Georg Brunner (FDP) hatte bereits vor der Gemeindeversammlung vom vorletzten Montag für Gesprächsstoff gesorgt. Wenige Tage vor der Versammlung verschickte er in Eigenregie eine Medienmitteilung. Darin machte er auf die schwierige Finanzlage Turbenthals aufmerksam und kündigte eine Steuererhöhung an.
Mitteilung sorgte für Befremden
An der Versammlung wurde schliesslich der Projektierungskredit für den Schlossguet-Umbau hauchdünn abgelehnt – nach langer Diskussion. Doch unabhängig davon, ob Brunners eigenmächtiges Handeln nun zum Scheitern des Kredites führte oder nicht: Für die Projektgruppe und Befürworter des Projektes sorgte Brunners Mitteilung für Befremden.
«Sein Verhalten war sehr unkollegial.»
Katharina Fenner (FDP), Turbenthaler Gemeinderätin
Kritik äusserte Brunners Partei- und Gemeinderatskollegin Katharina Fenner (FDP), die die Projektgruppe leitete. «Wir wussten, dass die Schulen die Steuern um zwei Prozent erhöhen werden.» Nichts gewusst habe sie sowie auch die restlichen Mitglieder des Gemeinderats aber von der geplanten Steuererhöhung um vier Prozent der Politischen Gemeinde ab 2022. Zu Brunners Vorpreschen sagt sie: «Sein Verhalten war sehr unkollegial.»

