Die Welt befindet sich derzeit im Ausnahmezustand. Grund ist nicht Krieg, sondern ein von blossem Auge unsichtbarer Feind. Ein heimtückischer Krankheitserreger. Ähnliche Krankheiten, früher Seuchen genannt, kennt die Menschheit schon lange.
Die Pest beispielsweise dezimierte in früheren Jahrhunderten die Bevölkerung auch in Europa in immer neuen Wellen, ist heute aber durch strenge hygienische Überwachung verdrängt. Auch Cholera oder Ebola sind vielen Leuten ein Begriff. Am bekanntesten dürfte jedoch die sogenannte Spanische Grippe sein, die vor rund 100 Jahren in weiten Teilen der Welt grassierte.
Junge Menschen erlagen der Grippe
Die Spanische Grippe trat 1918 gegen Ende des Ersten Weltkrieges auf, hielt aber in mehreren Wellen bis 1920 an. Ihre Besonderheit war, dass ihr vor allem 20- bis 40-jährige Menschen erlagen, während Influenzaviren sonst eher Kleinkinder und ältere Menschen gefährden. Der Name Spanische Grippe entstand, nachdem die ersten Nachrichten über die Seuche aus Spanien kamen.
Als neutrales Land hatte Spanien im Ersten Weltkrieg eine relativ liberale Zensur, sodass dort im Unterschied zu anderen betroffenen Ländern Berichte über das Ausmass der Seuche nicht unterdrückt wurden. Heute gehen die meisten Wissenschafter davon aus, dass die Pandemie ihren Ursprung in den USA hatte.

