In vielen Gemeinden des Kantons Zürich wurden im September zu hohe Rückstände von Pflanzenschutzmitteln im Grundwasser festgestellt. Die Zahlen des kantonalen Amts für Abfall, Wasser, Energie und Luft (Awel) sorgten für Aufsehen. Auch in der Gemeinde Uster, die ihr Trinkwasser ausschliesslich aus Grundwasser bezieht, stellte das Awel Überschreitungen der Grenzwerte fest. Züriost erhielt von der Energie Uster, die die Stadt mit Trinkwasser versorgt, Einsicht in die Messresultate der letzten Monate.
In den Dokumenten sticht besonders ein Wert heraus – und das ist nicht einmal derjenige Wert, der bei den Awel-Messungen im September ausgeschert war : Ein Pumpwerk etwas ausserhalb von Freudwil förderte nämlich bis vor kurzem Wasser mit Pestizidrückständen, die weit über dem erlaubten Grenzwert liegen. Analysen des Kantonalen Labors ergaben, dass das Wasser 2,16 Mikrogramm des Pflanzenschutzmittels Bentazon enthielt. Der Grenzwert für Trinkwasser von 0,1 Mikrogramm pro Liter wurde damit über das 20-Fache überschritten.
Das Awel hatte zudem in seinen Messungen, die kantonsweit für Aufsehen sorgten, in einer Grundwasserfassung ausserhalb von Nänikon 0,14 Mikrogramm pro Liter des Pestizids Chlorothalonil gemessen. Das Pumpwerk sei jedoch bereits seit dem Jahr 2004 ausser Betrieb, heisst es bei der Energie Uster. Nur in Notlagen dürfte es noch verwendet werden.
« Wir haben gemeinsam mit dem Kantonalen Labor beschlossen, das Pumpwerk bis auf Weiteres stillzulegen »
René Germann, Bau und Betrieb Wasser, Energie Uster
Das Wasser in Freudwil wies mit 0,156 Mikrogramm ebenfalls zu viel Chlorothalonil auf – zusätzlich zum zu hohen Bentazon-Wert. Das Kantonale Labor teilte die Beanstandungen deshalb am 3. Oktober telefonisch der Energie Uster mit. Diese informierte über die zu hohen Messwerte daraufhin auf ihrer Website – ohne jedoch die exakte Höhe und den erlaubten Grenzwert zu nennen. Angaben zur Qualität des Trinkwassers macht die Wasserversorgerin eigentlich einmal jährlich. Daten zu Pestizidwerten werden keine aufgeführt.

