Frau Schwegler, Sie haben für Ihr neustes Buch zwölf Bergführerinnen in der Schweiz begleitet und interviewt. Mussten Sie für die Gespräche mit ihnen schwindelfrei sein?
Für die Gespräche zum Glück nicht, die führten wir meist bei den Bergführerinnen zuhause. Für einige der Fotoreportagen, bei denen ich die Bergführerinnen zusammen mit den Fotografen begleitete, hingegen schon.
Welche Eindrücke nehmen Sie von diesen Begegnungen auf dem Berg für immer mit nach Hause?
Ich bewundere die Stärke und Durchsetzungskraft dieser Frauen. Sie sind Pionierinnen am Berg. Es gibt nur 38 Bergführerinnen in der Schweiz und rund 1300 Bergführer. Die erste Bergführerin, Nicole Niquille, schloss ihre Ausbildung erst 1986 ab. Das ist noch nicht lange her! Bis Ende der Siebziger Jahre waren Frauen per se ausgeschlossen aus der Bergführerausbildung.
Und doch sind seit dieser Zeit ja wieder ein paar Jahre vergangen. Warum haben nicht mehr als 38 Frauen die Ausbildung zur Bergführerin absolviert?

