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Politik

«Es ist Zeit für eine Theologin an der Spitze»

Zwei Oberländer fordern den höchsten Reformierten zur Kampfwahl um das Präsidium der reformierten Kirche des Kantons Zürich heraus. Die Volketswiler Kandidatin Gina Schibler kritisiert den bisherigen Präsidenten vor allem für den Fusionsprozess der Kirchgemeinden.

Eigentlich hat der Synodalverein der reformierten Kirche den amtierenden Präsidenten Michel Müller zur Wiederwahl im Oktober aufgestellt. Die Wahl für eine dritte Amtszeit schien für den 55-Jährigen lange nur Formsache. Doch nun bewerben sich auch die Volketswiler Pfarrerin Gina Schibler und der Hittnauer Pfarrer und Dekan Marcus Maitland für das höchste Amt der reformierten Kirche des Kantons Zürich.

Pionierin in Gleichberechtigung

Die Volketswilerin Schibler spricht öffentlich von einer «Frauenkandidatur»: «Es ist Zeit für eine Theologin an der Spitze.» Dies sei beispielsweise in der katholischen Kirche, im Buddhismus oder im Islam in absehbarer Zeit nicht vorstellbar, sagt sie. «Die reformierte Kirche könnte als Pionierin in der religiösen Gleichberechtigung von Mann und Frau hervorgehen.»

Als Präsidentin würde sie die Kirche zukunftsorientiert führen und die Leute wieder für Religion begeistern, ist Schibler überzeugt. «Ein Netz aufbauen und die Kirche stärken», das sei sie ihre Mission. Etwas, das sie bei der momentanen Führung vermisse. Der jetzige Präsident lege den Fokus auf die Fusion der Kirchgemeinden um den Abgang von Kirchenmitgliedern aufzufangen.  Ein Vorgehen, das die Volketswilerin für kontraproduktiv hält. «Man versucht den Bedeutungs- und Identitätsverlust der Kirche mit Grösse aufzufangen.» 

Das laufende Projekt «Kirchgemeinde Plus» - eine Anpassung der Strukturen, im Zuge derer die Kirchgemeinden im Kanton Zürich fusioniert und zentralisiert werden sollen – nennt Schibler einen «Heilsplan der Grösse». So würden ihrer Meinung nach die Bürokratie und Administration einer Kirchgemeinde wachsen. «Strukturelle Projekte allein reichen nicht aus, um Menschen zu begeistern.» Sie setze sich vielmehr dafür ein, dass die Kirche auch in ländlichen Gemeinden im Dorf bleibe.

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