Tausende Tonnen Beton, Hunderte verbaute Kubikmeter, literweise Wasser und doch für die Augen der Bewohner unsichtbar. Was sich stellenweise im Untergrund Illnau-Effretikons verbirgt, sind die Grundpfeiler einer modernen Abwasser-Infrastruktur. Die Rede ist von den städtischen Regenbecken. Einige Meter unter der Erde helfen die riesigen Betonkammern bei Starkregen die Kanalisation zu entlasten. Alleine Effretikon zählt drei dieser Sonderbauwerke.
Einer, der den Untergrund kennt wie seine Westentasche, ist Markus Gassmann. Der Leiter der Siedlungsentwässerung ist regelmässig in den Regenbecken unterwegs. Manchmal zur Kontrolle, öfters jedoch um die Anlage zu reinigen. Auf Tour geht er darum nie ohne seine Handschuhe und die Spezialkleidung, denn hier unten sammelt sich bei starken Regenfällen das Abwasser von tausenden Effretiker Haushalten.
Regenbecken Alt-Effretikon. Es ist sonnig. « Ideale Bedingungen für eine Begehung » , sagt Gassmann und klettert vier Meter in die Tiefe. Nach Gassmann wagen Jimena Somoza, Projektleiterin der Siedlungsentwässerung sowie Tiefbauvorstand Erik Schmausser (GLP) den Abstieg. Selten hat dieses Regenbecken mehr Menschen gesehen. « Auf Tour sind wir in der Regel zu zweit » , erläutert Gassmann. Denn ein Mitarbeiter müsse stets oben am Schacht Wache stehen.
« Die Bedingungen im Becken können schnell ändern. » Bei Starkregen können bis zu 320 Liter pro Sekunde durch die Wasserschächte in die Betonkammern vordringen. Zusammengesetzt aus Abwasser von Küche, Bad und Toiletten sowie Regenwasser strömt das Gemisch statt in die zentrale Abwasserreinigungsanlage in die Kammern des Beckens und schützt so das Kanalnetz vor Rückstau.

