«Uster mit neuen Augen sehen» und «das Image der ungeliebten Agglomerationssiedlung abstreifen». So wird das Wohn- und Gewerbezentrum Uster im Internet beschrieben. Die Überbauung vermittle Eleganz, gar ein urban-mediterranes Lebensgefühl, fast wie in Italien. Ob diese Erwartungen erfüllt wurden, stellt Gemeinderat Balthasar Thalmann (SP) mit seiner eingereichten Interpellation an den Stadtrat Uster deutlich in Frage.
«Die Aussenraumgestaltung ist die eigentliche Visitenkarte einer Überbauung, eines Strassenzugs, eines Quartiers und letztlich auch der ganzen Stadt. Ob man sich an einem Ort wohl fühlt, ob er belebt wird oder nicht, ober Leute anzieht oder nicht, hängt ebenfalls davon ab.» So hat es Thalmann in seiner am 10. April eingereichten Interpellation an die Stadt Uster formuliert. Der Zürcher Oberländer / AvU ging mit dem Gemeinderat auf einen kleinen Rundgang im Kern Uster und nahm seine Eindrücke und konkreten Kritikpunkte auf.
Kein Ort zum Verweilen
Eine anonyme Wohngegend – Balthasar Thalmann blickt zu einem Hochhaus hinauf. «Die Nutzung der Erdgeschosse und die Aussenraumgestaltung sollten sich im Kern Uster eigentlich als Zusammenspiel ergänzen», sagt Thalmann. Die Stadt habe es verpasst, das grosse Projekt Schritt für Schritt zu überprüfen und den Investoren auf die Finger zu schauen. «Nun haben wir unzählige Flächen, die niemand nutzen will», meint Thalmann. So zum Beispiel die sogenannte «Piazza», wo die Passanten nur hastig durchgehen und nicht verweilen würden. Die Umgebung rund um die Hochhäuser lade die Bevölkerung schlicht nicht dazu ein, dort ihre Freizeit oder Mittagspause zu verbringen. «Das ganze Areal ist zu steril. Auch Pflanzen wachsen nur bedingt, da es darunter eine grosse Tiefgarage gibt und die darüber liegende Erdschicht zu wenig tief ist, als dass grosse Bäume Wurzeln schlagen könnten», so Thalmann.
«Nun haben wir unzählige Flächen, die niemand nutzen will.»
Balthasar Thalmann, Gemeinderat SP

