Seit knapp einem Jahr wird die beschauliche Ruhe, die die Landenberg- und Pfarrhausgemäuer ausstrahlen, durch Bauarbeiten erschüttert. Alte, teilweise verrottete Holzbalken im Erdgeschoss zeugen von der Geschichte der beiden historischen Gebäude und bergen neue Erkenntnisse zur Vergangenheit der Gemeinde (siehe Box).
Die kantonale Denkmalpflege liess diese Balken hier lagern. Markus Pfanner, Mediensprecher der Baudirektion sagt, dass es sich um Schwellen oder Stürze von Durchgängen handle. Die Stücke würden dendrochronologisch untersucht. Das heisst: Bei diesen Untersuchungen wird das Schlagjahr des Baumes eruiert. «Früher wurden Hölzer grün verbaut, also unmittelbar nach dem Fällen. Solche Hölzer geben uns Hinweise auf die Baujahre.» Bei den Greifenseer Einzelstücken ist die Aussagekraft jedoch deutlich geringer, denn für eine Schwelle oder einen Sturz wurde oft kein neuer Baum gefällt, sondern ältere Holzstücke wiederverwendet, so Pfanner. «Ein Holzstück war in der Stadtmauer eingemauert. Dieses ist besonders interessant, denn wir haben nun erstmals die Möglichkeit, die Stadtmauer genau zu datieren.»
Denkmal- oder Brandschutz
Herbert Hubmann ist Leiter Liegenschaften der Gemeinde Greifensee. Das Umbau- und Sanierungsprojekt läuft weitgehend über ihn. «Eine grosse Schwierigkeit bei der Überbauung ist es, beim ehemaligen Pfarrhaus die Auflagen der Feuerpolizei und der Denkmalpflege unter einen Hut zu bekommen», sagt Hubmann. Der Denkmalpflege wäre es am liebsten gewesen, dass am Gebäude nur eine Pinselrenovation gemacht wird, doch die Feuerpolizei machte Auflagen nach den neuesten Sicherheitsvorkehrungen. Ein Kompromiss zwischen den Beteiligen ist nötig.

