«Auf dem Rosinli will niemand ein Snob-Restaurant»
Wiedereröffnung mit neuem Pächter
Seit Januar gibt es auf dem Rosinli neue Pächter. Der neue Gastgeber möchte das Berggasthaus mit kleinen Veränderungen wieder heimeliger machen.
Vom Biergarten am See zum Berggasthaus Rosinli: Paul Buchs ist der neue Pächter des Adetswiler Ausflugsziels. Seit dem 2. Januar werden Gäste wieder bewirtet – obwohl die offizielle Eröffnung noch gar nicht stattgefunden hat.
Geplant war diese erst am 1. Februar. «Es kamen aber immer wieder Wanderer bei uns vorbei, weshalb wir uns entschieden haben, schon jetzt Kaffee und Nussgipfel herauszugeben», erklärt der neue Pächter in breitem Berner Dialekt am Telefon.
Fertig eingerichtet sei man im Rosinli aber noch nicht. Buchs konnte erst Ende Dezember in sein neues Restaurant zügeln. «Wir sind fleissig am Vorbereiten und Einrichten. Es braucht eben seine Zeit, bis man angekommen und alles wieder in Betrieb ist.»
Unkompliziert und einladend
Paul Buchs ist kein Neuling im Gastro-Business. Bis vor kurzem führte er noch den Biergarten am Pfäffikersee. «Dieses entspannte Biergarten-Flair wollen wir jetzt auch auf den Berg bringen», so der 42-Jährige. Es sollen die verschiedensten Gäste vorbeikommen und den Abend mit anderen geniessen können. «Von Wanderer bis hin zu Geschäftsleuten sind alle willkommen.» Für den Sommer sind deshalb auch längere Öffnungszeiten geplant, als bisher.
Buchs ist zuversichtlich, dass das Biergarten-Ambiente gut ankommen wird im Rosinli. «Das Zielpublikum ist sehr ähnlich wie in Pfäffikon.» Es gebe auch hier dankbare Ausflügler, die Zeit haben und sich freuen, wenn man sich als Gastgeber ebenfalls Zeit für sie nimmt. «Auf dem Rosinli will niemand ein Snob-Restaurant.»
Ich würde im Frühling gerne die alten Tische ersetzen.
Paul Buchs
Pächter im Rosinli
Dass die Veränderungen wahrscheinlich nicht bei allen Gästen gut ankommen werden, ist Buchs bewusst. «Das Rosinli gibt es lange, weshalb es auch viele Stammkunden hat. Wir versuchen, möglichst allen gerecht zu werden.»
Buchs will das, was im Biergarten gut funktioniert hat, auch auf dem Rosinli anbieten: Flammkuchen, Apérol Spritz und Raclette. «Wir wollen die Welt nicht neu erfinden», meint er.
Trotzdem hat er sich einiges vorgenommen. «Wir sind dabei, die Inneneinrichtung wärmer zu gestalten, mit Kissen, Fellen und Decken.» Draussen hat man Strohbälle deponiert. «Das hat etwas heimeliges und passt in die ländliche Gegend.»
Einige grössere Veränderungen wünscht er sich ebenfalls. «Ich würde im Frühling gerne die alten Tische ersetzen und auch den Spielplatz möchten wir angehen.» Denn es sollen sich auch die kleinen Besucher wohlfühlen im neuen Rosinli.
Auch wenn an den Kultgeräten, wie der Rutschbahn, momentan nichts zu machen sei, möchte Buchs den Spielplatz ausbauen. Eine Ergänzung mit einem kleinen Seilpark oder einem Holzturm sei deshalb durchaus denkbar. Das liege jedoch nicht in Buchs Händen, sondern in jener der Vermieterin des Lokals, Ursula Strickler.
Diese ist vom neuen Drive auf dem Rosinli begeistert. «Es ist toll, dass jetzt ein anderer Wind weht. Hin und wieder ist das nötig.» Auch die Umbaupläne von Buchs kommen gut an. «Ich lasse ihm da völlig freie Bahn», meint die Vermieterin. Ein Kostenvoranschlag liege ihr zwar noch nicht vor, es sei aber fest geplant, einen ersten Teil des Spielplatzes zu sanieren.
Ohne viel Tumult
Erste Rückmeldungen von Kunden, die sie erhalten habe, seien durchwegs positiv. «Paul Buchs ist sehr sympathisch. Das kommt auch bei den Gästen so an.»
Eine grosse Eröffnungsparty soll es anfangs Februar trotzdem nicht geben. «Die ersten Gäste haben wir extra still und heimlich bewirtet», sagt Buchs lachend. Es sei noch nicht alles bereit für eine grosse Neueröffnung. Auch kämpfe das Rosinli momentan noch mit Personalmangel.
«Besser bescheiden starten und dafür dann im Sommer voll bereit sein», meint Buchs begeistert. Geplant sei darum eher ein Sommerfest. «Dann können wir das alles immer noch einweihen», freut sich Buchs.