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Drei Tösstaler Gemeinden senken Steuerfuss

Drei Tösstaler Gemeinden senken Steuerfuss

Wildberg bleibt Spitzenreiter

Die Corona-Vorsicht ist der finanziellen Zuversicht gewichen: Drei der sieben Tösstaler Gemeinden senken auf 2023 hin ihren Steuerfuss.

Christian Brändli

Die Furcht vor Corona hat sich nicht nur im Gesundheitswesen gelegt, auch die Finanzexperten geben sich nun gelassener. Sie rechnen mit keinen gewichtigen Folgen der Pandemie für die Gemeindekassen. Es hat sich gezeigt, dass auch in den letzten beiden Ausnahmejahren gerade die Steuereinnahmen weitersprudelten und der befürchtete Einbruch nicht eintrat.

Die Rolle der Exekutive

Entsprechend ist der Ruf nach Steuersenkungen lauter geworden. Gleich in drei der sieben Gemeinden im Tösstal sinkt der Satz aufs 2023 hin. Meist ist es die Exekutive selbst gewesen, die den Antrag auf eine Steuerfusssenkung gestellt hatte.

Der Abbau der Schulden

In einigen Gemeindeversammlungen war als Begründung für das Beibehalten des Satzes zu hören, dass mit den erwarteten Ertragsüberschüssen die Schulden getilgt werden sollen. Dazu gehört etwa Fischenthal, wo trotz eines erwarteten Plus von einer halben Million Franken der Steuerfuss auf 124 Prozent bleibt.  

Und in Bauma soll mit den überschüssigen Einnahmen der geplante neue Werkhof vorfinanziert werden. Zweidrittel der voraussichtlichen Investitionssumme von 15 Millionen Franken soll auf diesem Weg bereitgestellt werden.  

Fischenthal, Bauma, Schlatt und Zell setzen auf eine hohe Konstanz. Seit 2020 und nun auch im 2023 behalten sie den Steuerfuss auf konstanter Höhe, mal tiefer wie in Zell mit 118 Prozent, mal hoch wie Schlatt mit 125 Prozent.

Die Höhe der Reduktionen

Mit Wildberg und Turbenthal senken zwei Gemeinden ihren Satz um zwei Prozentpunkte. Sie befinden sich damit in guter Gesellschaft mit anderen Gemeinden im Zürcher Oberland. Wila reduziert gleich um drei Prozentpunkte.

Die Zusammensetzung des Gesamtsteuerfusses in Wila gestaltet sich kompliziert. Die politische Gemeinde sowie die Sekundarschule erhöhen ihre Ansätze. Die Primarschulgemeinde dagegen braucht gleich acht Prozentpunkte weniger. Möglich gemacht hat dies die Ablehnung der Gebietsbereinigung mit der Primarschule Turbenthal.

Die Ausnahme zum Trend

In der näheren Umgebung gibt es mit Fehraltorf nur gerade eine Gemeinde, die sich dem allgemeinen Trend entzieht. Hier wird der Steuerfuss erhöht und zwar um zwei Punkte auf 109 Prozent. Begründet wird der Schritt mit der geplanten Schulraumerweiterung, die elf Millionen Franken kosten soll.

Geringe Unterschiede

Im Tösstal sind die Unterschiede bei den Steuerfüsse nicht gross. Zell verteidigt seine Position als steuergünstigste Gemeinde mit 118 Prozent. Wildberg, vielleicht seiner geografischen Lage entsprechend, weist trotz einer Reduktion auf 127 Prozent noch immer die höchste Steuerlast aus – sogar im ganzen Zürcher Oberland. Weil Wila gleich drei Prozentpunkte streichen konnte, ist die kleine Gemeinde alleiniger Spitzenreiter.   

Gemeindehaus und reformierte Kirche von Wildberg.
Wildberg bleibt trotz einer Steuersenkung die teuerste Gemeinde im Tösstal.

Turbenthal, das auf 2021 hin den Steuersatz um 4 Prozentpunkte erhöhte, ist nun in zwei Schritten wieder auf dem Niveau von 2020: 122 Prozent. Dieser Satz gilt auch für das Gemeindegebiet Pirg mit den Weilern Berg, Bühl, Emmerwies, Hofstetten, Hüsli, Käfer, Kümberg, Oberspitzwies, Rengerswil, Ruppen, Schmidrüti, Schochen, Schürli, Sitzberg, Unterschreizen.

Seit 2022 ist der Sonderfall Pirg nämlich Vergangenheit. Nach der Gebietsbereinigung bei der Sekundarschule – weg von der Sekundarschule Wila – gilt hier der Steuersatz der Sekundarschule Turbenthal-Wildberg. Und somit ist das Pirg nun identisch mit Turbenthal.

Das kleine Steuerparadies

Ganz anders aber sieht es im Turbenthaler Gemeindegebiet Steinenbach mit den Weilern Freckmünd, Furrershaus, Geer, Gosswil, Kellersacker, Tablat, Trauben sowie Wilden aus. Das kleine Tal mausert sich zum Tösstaler Steuerparadies. Die Einwohner dort haben einen Gesamtsteuerfuss von 109 Prozent.

Viehschau beim Schlössli Tablat
Das Turbenthaler Steinenbachtal, hier der Weiler Tablat, ist das Steuerparadies des Tösstals.

Zu verdanken haben dies die Steinenbachtaler der Zugehörigkeit zur Primarschule Wila. Diese senkt ihren Steuerfuss aufs 2023 hin um volle 8 auf noch 45 Prozent. Demgegenüber benötigt die Primarschule Turbenthal 58 Prozent.

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