Bezirk Hinwil

Bezirk Pfäffikon

Bezirk Uster

Tösstal

Themen

Specials

Services

ZO Portale

Abo

Neutral (NICHT benutzen)

314 Oberländer wollen nach Zürich

314 Oberländer wollen nach Zürich

Aufstellung zu den Kantonsratswahlen

128 Frauen und 186 Männer aus der Region bewerben sich für einen Sitz im Kantonsparlament. 34 werden einen ergattern.

Christian Brändli

Am 12. Februar 2023 wird der Zürcher Kantonsrat neu gewählt. Nun sind die definitiven Kandidatenlisten publiziert worden.

Die Listen

In den 18 Wahlkreisen des Kantons gingen insgesamt 1687 Kandidaturen auf 13 verschiedenen Listen ein. Damit liegt die Listenvielfalt auf dem Niveau der letzten drei Kantonsratswahlen. Zur Erinnerung: Im Rekordjahr 2003 buhlten nicht weniger als 47 Listen um die Wählergunst.

Von den jetzt 13 Listen sind je 10 auch in den drei Oberländer Bezirken zu finden. Diese stammen von der SVP, der SP, der FDP, der GLP, den Grünen, der Mitte, der EVP, der Alternativen Liste (AL) sowie der EDU. Neu hinzugekommen ist die von Massnahmenskeptikern gebildete Gruppierung Aufrecht/Freie Liste (AuFL).

Die weiteren Exoten, die diesmal auf Kantonsebene antreten, die Partei der Arbeit sowie Sans Papiers Politiques und «Ja zu einem Wachstumsstopp», sind in der Region nicht vertreten.

In allen drei Bezirken treten die etablierten Parteien mit vollen Listen an. Im Bezirk Uster sind 16 Sitze zu vergeben, im Bezirk Hinwil 11 und im Bezirk Pfäffikon 7. Nur die EVP macht im Bezirk Uster eine Ausnahme, wo sie 15 Kandidierende präsentiert. Die AL hat im Bezirk Hinwil ebenfalls eine volle Liste eingereicht, tritt in den beiden anderen Bezirken aber mit leicht ausgedünnten Reihen an.  Und die AuFL haben ihre Listen rund zur Hälfte gefüllt.

Die Kandidierenden

Mit den kantonsweit total 1687 Kandidatinnen und Kandidaten treten leicht weniger Leute als bei den letzten drei Kantonsratswahlen an. 314 Kandidaturen sind in den drei Oberländer Bezirken eingereicht worden. Das sind 20 weniger als noch vor vier Jahren. Schon damals war ein Rückgang gegenüber 2015 zu verzeichnen gewesen. Der Grund dafür war damals der Umstand, dass der Bezirk Hinwil einen Sitz weniger zu vergeben hatte.

Auf die Bezirke verteilt sind das diesmal 144 Kandidaturen im Bezirk Uster, 105 im Bezirk Hinwil und 65 im Bezirk Pfäffikon. 

Die Frauenanteile

Auf Kantonsebene entfallen 725 Kandidaturen auf Frauen, was einem Anteil von 43 Prozent entspricht. Das sind rund 2 Prozentpunkte mehr als 2019. In den drei Oberländer Bezirken treten 128 Frauen an. Das sind gleich viel wie vor vier Jahren. Der Frauenanteil beträgt damit hier knapp 41 Prozent. Gegenüber 2019 ist ihr Anteil in der Region aber um fast 3 Prozent gestiegen.

Am höchsten ist der Frauenanteil in den Wahlkreisen I und III (Stadtkreise 1+2 sowie 4+5 der Stadt Zürich), wo er 49 respektive 48 Prozent beträgt. Am tiefsten ist er im Wahlkreis XIII, also im Bezirk Pfäffikon, mit 37 Prozent. Dort haben die SVP und die EDU nur gerade eine Frau auf ihren Liste, die AuFL führt gar keine auf.

Kantonsweit sind es die Grünen, die mit 54 Prozent den höchsten Frauenanteil aufweisen, gefolgt von der AL mit 50 Prozent. Viele Frauen führen in der Region die EVP im Bezirk Pfäffikon, nämlich fünf auf der Siebnerliste, sowie die Grünen im Bezirk Uster, wo Frauen 10 der 16 Plätze einnehmen.  

Das Alter

Auf Kantonsebene sind die Kandidierenden im Schnitt 47 Jahre alt. Langfristig steigt das Durchschnittsalter ganz leicht aber stetig an: 2007 betrug es noch 45 Jahre. Zwischen den Geschlechtern besteht dabei kein wesentlicher Unterschied, wohl aber sind die Bisherigen mit einem Durchschnittsalter von 51 Jahren etwa fünf Jahre älter als die Neukandidierenden.

Mit einem Durchschnittsalter von 42 Jahren sind die Kandidaturen auf den SP-Listen am jüngsten, gefolgt von jenen der GLP mit 44 Jahren.

Die Bisherigen

Auffallend ist, dass die Kantonsräte über viel Sitzfleisch verfügen. So treten gleich 161 Bisherige wieder an, dies wohlgemerkt bei einem total von 180 Sitzen. Während die gesamte Hinwiler Delegation wieder kandidiert, wird es in den Bezirken Pfäffikon und Uster mit Sicherheit zu einer Blutauffrischung kommen. Anzumerken ist aber, dass es in der zu Ende gehenden Legislatur zu einigen Wechseln gekommen ist. Als Bisheriger lässt sich eben ein Sitz leichter verteidigen, als wenn jemand neu antritt.

Und für den Bezirk Uster sind noch zwei Besonderheiten zu vermerken. So wurde Maria Rita Marty 2019 für die EDU in den Kantonsrat gewählt. Mittlerweile sitzt die Volketswilerin in der SVP-Fraktion. Auch die Ustermerin Claudia Wyssen hat einen Seitenwechsel vollzogen, von der SP zur GLP. Das führt zur ausserordentlichen Situation, dass die GLP mit drei Bisherigen antritt, obschon sie vor vier Jahren nur zwei Mandate erobert hat.

Die Auffälligen

Um es gleich vorweg zu schicken. Die nachfolgende Aufstellung erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Doch es sind einige Randnotizen zu den Kandidaturen aus der Region. Die einen Namen sich auf Listen – bevorzugt im hinteren Teil – zu finden, weil sie über einen Bekanntheitsgrad verfügen. Sie versprechen wichtige Stimmen für die Partei. Andere dagegen – vorzugsweise auf den Spitzenplätzen – haben dagegen tatsächlich die Absicht, ins Kantonsparlament einzuziehen.   

Einen solchen Promistatus haben Ex-Nationalratsmitglieder. Im Bezirk Uster etwa hilft Thomas Maier (GLP) auf dem letzten Listenplatz aus. Er war von 2011 bis 2015 im nationalen Parlament. Zuvor war er acht Jahre lang Kantonsrat gewesen, zuerst für die Grünen, dann für die neu gegründeten Grünliberalen.

Auch einige Ex-Kantonsratsmitglieder haben wieder Eingang auf Listen gefunden. Die Ustermerin Anita Borer war einmal eine grosse Hoffnungsträgerin und schaffte es auf Platz 2 der SVP-Nationalratsliste. Trotzdem gelang die Wahl nicht. Die heute 36-Jährige war von 2011 bis 2019 im Kantonsrat.

Ein Comeback nach sehr langer Zeit versucht auch Stefan Dollenmeier. Er sass 13 Jahre lang im Parlament (1999 bis 2012), zuweilen als einziger EDU-Mann und in der EVP-Fraktion integriert. Jetzt kandidiert er an der Listenspitze im Bezirk Pfäffikon.

Schliesslich versucht es auch Marie-Therese Büsser (GLP), acht Jahre lang Rütner Gemeinderätin, wieder. Sie sass von 1991 bis 2001 als Grüne im Kantonsrat.  

Die Exekutivler

Auffällig ist auch die hohe Zahl von Stadtratsmitgliedern, die sich auf den Listen finden. Besonders prominent vertreten sind die Exekutiven von Uster und Dübendorf, wo gleich vier der sieben Stadträte antreten. In Uster sind dies Patricia Bernet (SP), Stefan Feldmann (SP), Karin Fehr (GP) und Beatrice Caviezel (GLP), in Dübendorf Ivo Hasler (SP), Adrian Ineichen (FDP), Dominic Müller und Hanspeter Schmid (beide Die Mitte).

Etwas geringer ist der Andrang beim Stadtrat von Illnau-Effretikon. Hier ist Brigitte Röösli (SP) als bisherige Kantonsrätin dabei. Und Erik Schmausser ist auf dem letzten GLP-Listenplatz zu finden. Die Wetziker Stadträtin Christine Walter Walder (Grüne) kandidiert im Bezirk Hinwil.

Auch einige Gemeindepräsidenten sind unter den Kantonsratskandidaten zu finden, so etwa die bisherigen Kantonsräte Jean-Philippe Pinto (Mitte, Volketswil), Jörg Kündig (FDP, Gossau) oder Yvonne Bürgin (die Mitte, Rüti), aber auch erstmals der Bäretswiler Teodoro Megliola (FDP).

Die Doppelläufer

Für den Kantonsrat und den Regierungsrat kandidieren aus der Region Benno Scherrer (GLP) aus Uster sowie für die Massnahmenskeptiker der AuFL der Dübendorfer Patrick Jetzer.

Abo

Möchten Sie weiterlesen?

Liebe Leserin, lieber Leser

Nichts ist gratis im Leben, auch nicht Qualitätsjournalismus aus der Region. Wir liefern Ihnen Tag für Tag relevante Informationen aus Ihrer Region, wir wollen Ihnen die vielen Facetten des Alltagslebens zeigen und wir versuchen, Zusammenhänge und gesellschaftliche Probleme zu beleuchten. Sie können unsere Arbeit unterstützen mit einem Kauf unserer Abos. Vielen Dank!

Ihr Michael Kaspar, Chefredaktor

Sie sind bereits Abonnent? Dann melden Sie sich hier an

Digital-Abo

Mit dem Digital-Abo profitieren Sie von vielen Vorteilen und können die Inhalte auf zueriost.ch uneingeschränkt nutzen.

Sind Sie bereits angemeldet und sehen trotzdem nicht den gesamten Artikel?

Dann lösen Sie hier ein aktuelles Abo.

Fehler gefunden?

Jetzt melden.

Kontakt

Inserieren

Abo

Services

Über uns