Neuer Mieter für Grossüberbauung gesucht
Schon bei der Ankündigung der Übernahme der Jumbo-Märkte durch Coop im Mai hatte sich das Unheil für die Arealentwicklerin Hiag angekündigt. Nun, nach abgewickeltem Kauf und überprüfter Strategie, ist klar: Beim Bahnhof Aathal wird kein Bau + Hobby samt kleinerem Coop-Supermarkt entstehen. «Aufgrund der Nähe zu Hinwil, wo Coop nun mit der Übernahme des Jumbos über eine Filiale verfügt, verzichtet der Grossverteiler auf das Projekt im Aatal», hält Daniel Haldimann, Leiter Bewirtschaftung bei der Hiag, fest.
Trotz der Absage festhalten will die Hiag allerdings an der Entwicklung des Areals Talwis zwischen dem Bahnhof und dem Aabach-Kanal an der Strasse durchs Tal. Die Zürichstrasse ist mit rund 31’000 Fahrzeugen pro Tag gehört zu den bedeutendsten und stark frequentierten Zürcher Strassen und ist verspricht dementsprechend viel Kundschaft. «Wir glauben an diesen sehr guten und frequentierten Standort und wollen das Bahnhof-Gebiet mit unseren Entwicklungen weiter stärken», betont Haldimann.
Coop will Jumbo kaufen – doch was passiert jetzt mit dem Projekt in Aathal?
24.05.2021

Grossist könnte sich selber kannibalisieren
Sollte Coop Jumbo kaufen, wird er künftig wohl seinen eigenen Bau + Hobby konkurrenzieren – ein S Beitrag in Merkliste speichern So sieht die Hiag vor, auf der rund 6300 Quadratmeter grossen Fläche eine Gewerbe- und Wohnüberbauung für rund 20 Millionen Franken zu realisieren. Und für das knapp 4500 Quadratmeter grosse Erdgeschoss werden nun ein oder mehrere Mieter gesucht. «Das Parterre wird bezüglich Nutzungsmöglichkeiten neu positioniert», erklärt Haldimann. Und er gibt sich zuversichtlich, dass bis in einem halben Jahr neue Mieter bekanntgegeben werden können: «Wir haben bereits vielversprechende Anfragen auf dem Tisch.»
Die Überbauung soll bis Ende 2023 realisiert sein. Diesen forschen Zeitplan sieht Haldimann trotz des Absprungs von Coop als Hauptmieter als realistisch, wenn die Genehmigung des Gestaltungsplans Talwis durch den Kanton bald erfolgen würde. Im März dieses Jahres hatten die Seegräbner ihren Segen zum Gestaltungsplan erteilt.
In Etappen realisierbar
Auf dem Areal soll das grösste Projekt in der Geschichte der Gemeinde realisiert werden. Der Gestaltungsplan sieht zwischen der Bahnlinie und dem Aabach eine Überbauung vor, die in Etappen realisiert werden kann. Den grössten Teil werden Gewerbe- und Verkaufsflächen ausmachen. Auch Sportnutzungen sind denkbar. Zudem sind rund 80 Wohnungen vorgesehen.
Im Plan werden die Baubereiche geregelt. Die gemäss Bau- und Zonenordnung mögliche bauliche Dichte will die Hiag nicht voll ausschöpfen. Geschützt bleiben sollen die Gebäude des alten Bahnhofes.
Festgelegt ist im Plan auch, wie die Gestaltung und Bepflanzungen der Spiel- und Ruheflächen aussehen sollen. Bestehen bleiben soll etwa die Fussballwiese im westlichen Zipfel des Areals. Auf der Kanalinsel soll eine Naturwiese angelegt werden und die Flachdächer sollen begrünt oder gar mit Dachgärten ausgestattet werden. Von den knapp 37‘000 Quadratmetern Grundstückfläche müssten 15 Prozent als Spiel- und Ruheflächen ausgestaltet sein.
Hoffen auf Brücke
In den Unterlagen für potenzielle Mieter wirbt die Hiag denn auch, dass das Areal «zukünftig nebst einer schönen Parkanlage mit einer biodiversen Aussenraumgestaltung» über diverse Velo- und Parkplätzen direkt vor dem Ladeneingang verfüge und so «die Besucher auf einen angenehmen Aufenthalt» einlade.
Zudem verweist die Eigentümerin auf die geplante Fussgänger- und Radwegbrücke über das Aatal, welche die Gebiete Sack und den Ortsteil Seegräben verbinden soll. «Ein Lift- beziehungsweise Treppenturm ermöglicht den Pendlern bequem den Zugang zu den beiden Ortsteilen sowie den Seegräbern den schnellen Weg ins Talwis.» Das mindestens hofft der Hiag-Bewirtschafter Haldimann.